Musik und Kultur am Seeufer

KREUZLINGEN. Auch nach der Dernière des See-Burgtheaters ist auf dessen Bühne etwas los: Der Verein Kultling veranstaltet ein dreitägiges Festival vom 7. bis 9. August. Dieses sei keine Konkurrenz für das Seenachtfest, sondern eine Ergänzung.

Nicole D'orazio
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Das Kultling-«Kernteam Tribüne» nimmt auf den Stühlen Platz. Mitte rechts Präsident Valentin Huber. (Bild: pd/Jette Marie-Schnell)

Das Kultling-«Kernteam Tribüne» nimmt auf den Stühlen Platz. Mitte rechts Präsident Valentin Huber. (Bild: pd/Jette Marie-Schnell)

KREUZLINGEN. Die Idee entstand bei einem Bier letzten Dezember. Nun setzen sie acht junge Thurgauer in Kreuzlingen um. Vom 7. bis 9. August organisiert der neu gegründete Verein Kultling ein Festival mit alternativen Beats und Kultur. Gegründet haben den Verein Valentin Huber und Adrian Langenegger. «Wir können die Infrastruktur des See-Burgtheaters nach dessen letzter Aufführung am 6. August nutzen», erklärt Huber. So fällt das Festival auf das gleiche Wochenende, an dem das Seenachtfest in Kreuzlingen stattfindet. «Wir haben das nicht absichtlich gemacht, das ist halt nun so vorgegeben.»

Man habe überhaupt nichts gegen das Fantastical, sagt Huber. «Wir sehen uns auch nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung.» Denn das Programm des Seenachtfestes sei eher kommerziell, sie würden auf alternative Bands setzen. «Ich denke, dass wir ein anderes Publikum anziehen und Leute, die nicht ans Fantastical gehen. Aber selbstverständlich sind uns alle Besucher herzlich willkommen.» Mit den Verantwortlichen des Seenachtfestes habe man im Frühjahr Gespräche geführt, und diese hatten nichts gegen das Festival einzuwenden.

Perfekte Sicht aufs Feuerwerk

Ursprünglich hat der Verein nur einen eintägigen Event geplant. «Die Verantwortlichen des Fantasticals meinten dann sogar, dass wir das Programm doch ausbauen sollen», erzählt der Sohn von Leopold Huber. Von der Tribüne aus haben Zuschauer nicht nur eine perfekte Sicht auf die Bands, sondern auch aufs Feuerwerk. «Da wir im Perimeter des Seenachtfestes liegen, zahlen wir wie alle anderen natürlich die obligatorische Abgabe.»

Mit ihrer Idee haben Huber und Langenegger einen Nerv getroffen. «Wir haben schnell eine begeisterte Gruppe von freiwilligen Helfern und Sponsoren gefunden», sagt Huber. Das Programm habe man rund um die österreichische Band Johann Sebastian Bass zusammengestellt. Über seinen Bruder habe er eine gute Verbindung zur Band und konnte sie engagieren. Dazu kommen viele regionale Gruppen wie zum Beispiel die Kreuzlinger Lokalmatadoren Mr. Leader and Orchestra oder subtle Crocodile.

Mehr als Musik

Als Ergänzung gibt es zum Beispiel einen Mundartkurs für Deutsche, eine Fotoausstellung, einen Yogakurs oder einen Brunch am Sonntag. Und als Abschluss gebe es einen Crashkurs im Lindy Hop, einem Kulttanz aus den 1920er-Jahren. Budgetmässig sei man bei 15 500 Franken angelangt, sagt Huber. «Die Soundanlage kostet natürlich am meisten.» Das See-Burgtheater stellt seine Infrastruktur gratis zur Verfügung und von Sponsoren sind insgesamt 5000 Franken zusammengekommen. «Der Verein Kultursee gibt auch einen Beitrag und wir erhoffen uns noch einen Batzen von der Stadt Kreuzlingen.» Der Anlass sei nicht gewinnorientiert. «So kalkuliert sollte niemand finanziell zugrunde gehen.»