Musik liegt in der Uttwiler Dorfluft

UTTWIL. Derzeit finden in Uttwil die Meisterkurse statt. Internationale Musikexperten unterrichten Studenten, Berufsmusiker und Laien. Am Mittagstisch knüpfen Teilnehmer, Gastfamilien und Helfer neue Kontakte.

Trudi Krieg
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Die Teilnehmer der Meisterkurse tauschen sich am Mittag aus. (Bild: Trudi Krieg)

Die Teilnehmer der Meisterkurse tauschen sich am Mittag aus. (Bild: Trudi Krieg)

Eine zeitlose, beinahe mystische Atmosphäre herrscht diese Woche in Uttwil. Im dem Dorf, in dem seit je Maler und Dichter schöpferisch tätig waren und Familien musikalische Traditionen pflegen, finden derzeit die Uttwiler Meisterkurse statt.

Es klingt deshalb da und dort durch das offene Fenster, wenn die Studenten und Profis aus aller Welt üben oder Unterricht bei einem der Meister nehmen. Gespielt wird Klavier, Violine, Violoncello, Klarinette und Kammermusik.

Unterstützung vom Dorf

Margrit Stickelberger hat den Anlass vor sechs Jahren ins Leben gerufen. Dieser fand damals sofort grossen Anklang im Dorf, die Gemeinde und die Bevölkerung boten ihre Unterstützung an. So stellt die Kirchgemeinde die Kirche für die Konzerte und für die Unterrichtsstunden zur Verfügung. 25 Gastfamilien beherbergen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus aller Welt gratis und zahlreiche Helferinnen und Helfer betreuen die Kursorte. Sie erledigen Kleinarbeiten, damit sich die Musiker konzentriert dem Üben widmen können.

Nicht zuletzt helfen Gönner durch ihren finanziellen Zustupf mit, die Kosten für die Teilnehmer möglichst tief zu halten. Denn oft strapaziert allein schon die Reise in die Schweiz das Budget der Studenten stark.

Begegnungen am Mittagstisch

Eine Verschnaufpause und zugleich ein Ort des Austauschs ist jeweils der Mittagstisch. Abwechselnd findet dieser im Restaurant Royal, am «Pier» oder im «Bahnhöfli» statt. Die Gastwirte bieten zum Selbstkostenpreis ein Buffet an mit Salat und täglich wechselnden Menus. Hier treffen sich mittags alle: die Meister Brigitte Meyer (Klavier), Heime Müller (Violine), Wen-Sinn Yang (Violoncello) und Eduard Brunner (Klarinette) sowie Studierende, Lehrer die am Klavier begleiten, Helfer und Gastgeber.

Marisa, die 17jährige Studentin aus Tokio, ist das erste Mal in Uttwil. Als Grossstädterin ist sie beeindruckt, wie die Menschen im Dorf in und mit der Natur leben. Neben Freundschaften entstehen in der Meisterwoche auch neue Ideen. Regula Mühlemann, Nachwuchshoffnung in der Schweizer Opernszene, zum Beispiel einigt sich mit Pianistin Tatiana Korsunskaya spontan, die Generalprobe des Liederabends von Luzern in der Seeburg in Uttwil abzuhalten. Im kleinen Rahmen versteht sich, denn das einstige Schuberthaus fasst nicht viele Besucher. Es wurde von der Eigentümerin für diese Woche geöffnet, genauso wie das Haus Syz und die Villa Haab.

Das Helferpaar Claudia und Hans Nussbaumer schätzt, dass es während dieser Woche täglich Musik vom Feinsten hört. Die Schüler, grösstenteils Profis, arbeiten nur Feinheiten und technische Details aus. Von Uttwil geht dieser Impuls dann in die Welt.

Die Schlusskonzerte finden am Samstag, 31. August, 17 Uhr, und am Sonntag, 1. September, 11 Uhr, in der Kirche Uttwil statt.