Muoler Fasnacht ist gestrichen

Es sei nicht mehr gelungen, eine Fasnacht für alle Generationen attraktiv zu organisieren: Das Muoler Fasnachtskomitee Tumu gibt auf. Die örtliche Guggenmusik kann 2012 nicht in die Bresche springen, macht sich aber Gedanken für 2013.

Roger Häni
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Da feierten sie noch ausgelassen: Das Muoler Guggentreffen im Februar 2007. (Archivbild: Helio Hickl)

Da feierten sie noch ausgelassen: Das Muoler Guggentreffen im Februar 2007. (Archivbild: Helio Hickl)

MUOLEN. Diesen Freitagabend, 11. November, feiern die Muoler in der Kuhstallbar den Fasnachtsbeginn. Die Öpfel-Chlöpfer laden ein, geben Kostproben des neuen Programms und präsentieren ihre neuen Gwändli. Die eigentliche Fasnacht zu Beginn des kommenden Jahres jedoch fällt in Muolen aus. «Das OK ist zum Entschluss gekommen, den Anlass nicht mehr weiterzuführen», schreibt es im Mitteilungsblatt der Gemeinde. Das Komitee setzt sich aus Mitgliedern des Turnvereins und der Musikgesellschaft zusammen, weshalb jeweils von der Tumu-Fasnacht die Rede war.

Nur noch geringer Erlös

Gemäss OK-Mitglied Sabrina Egger-Liechti stand die 15jährige Muoler Fasnacht schon länger auf der Kippe. Aufwand und Ertrag hätten für die beiden Vereine zuletzt einfach nicht mehr übereingestimmt. «Hinzu kommt, dass wir den ohnehin geringen Erlös durch zwei teilen mussten.»

In den letzten Jahren habe man immer wieder versucht, den Fasnachtsanlass für alle Generationen attraktiv zu organisieren, leider sei das nicht gelungen, bedauert das OK. «Wir haben viele verschiedene Varianten ausprobiert: Am Freitag, am Samstag, mit verschiedener Musik, mal für Ältere, mal für Jüngere», präzisiert Sabrina Egger-Liechti. Letzten Winter fand die Tumu-Fasnacht an einem Samstagabend Ende Februar statt. Der Fakt, dass die Besucherzahl im Vergleich zu den Vorjahren nochmals etwas zurückging, dürfte den Entscheid der Verantwortlichen erleichtert haben.

Öpfel-Chlöpfer haben diskutiert

Das Fasnachtskomitee löse sich nun auf, sagt Sabrina Egger-Liechti. Das heisse aber nicht, dass es nie mehr eine Muoler Fasnacht geben werde. «Sollte ein anderer Verein die Fasnacht wieder aufnehmen wollen, wäre das für uns absolut okay.»

Ein potenzieller Organisator wäre die örtliche Guggenmusik, die Öpfel-Chlöpfer. «Wir haben im Verein diskutiert, ob wir den Anlass selbst organisieren wollen», bestätigt Präsident Bernhard Keller. Allerdings planen die Öpfel-Chlöpfer nächstes Jahr schon im Juni ein grosses Fest – anlässlich des 10-Jahr-Jubiläums. «Wir können deshalb 2012 nicht in die Bresche springen. Aber für 2013 machen wir uns Gedanken.» Für die Öpfel-Chlöpfer seien Heimauftritte immer etwas Besonderes.

«Verlust für Muolen»

Bernhard Keller ist aber in Muolen nicht nur Guggen-, sondern auch Gemeindepräsident. Und in dieser Funktion sagt er zur gestrichenen Fasnacht 2012: «Alle Brauchtümer, die wegfallen, sind ein Verlust, doch muss man den Veranstalter verstehen.» Sollte es 2013 zu einer Neuauflage kommen, müsse man vorgängig herausfinden, woran es geknorzt habe. Der Trend von Maskenbällen hin zu Guggenevents zeige sich landauf, landab. Doch wäre es nach Meinung von Bernhard Keller witzig, wieder vermehrt örtliche Begebenheiten auf die Schippe zu nehmen.

Ein Gemeindepräsident, der sich selbst aufs Korn nimmt? Die Zukunft wird es weisen.

Gemeindepräsident Bernhard Keller. (Archivbild: Ralph Ribi)

Gemeindepräsident Bernhard Keller. (Archivbild: Ralph Ribi)

Sabrina Egger-Liechti vom Fasnachtskomitee Tumu. (Archivbild: Hugo Berger)

Sabrina Egger-Liechti vom Fasnachtskomitee Tumu. (Archivbild: Hugo Berger)