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MUOLEN: Werben um den Gartenrotschwanz

Der Erhalt des gefährdeten Gartenrotschwanzes soll in der Region gesichert werden. Der Startschuss ist gefallen, nun sollen die Landwirte mit ins Boot geholt werden. Die Verantwortlichen versprechen pragmatische Ansätze.
Manuela Bruhin

Die Zahlen sprechen für sich: Mit rund 25 männlichen und rund 20 weiblichen Exemplaren gehört der Gartenrotschwanz in der Gegend um Muolen zu den potenziell gefährdeten Arten. Der Singvogel steht auf der Roten Liste. Dieser Tatsache möchten die Verantwortlichen der Vogelwarte Sempach mit einem Pilotprojekt Gegensteuer bieten.

Bereits vor einem Jahr wurden 100 Nistkästen platziert, 60 in Muolen und 40 in Egnach. Mathis Müller von der Vogelwarte Sempach zeigte sich bei einem Rundgang zufrieden, dass der Gartenrotschwanz vier der Nistkästen besetzte. «Für Laien tönt das vielleicht nach wenig, es entspricht jedoch unseren Erwartungen.» Schliesslich sei der Singvogel für sein konservatives Verhalten bekannt. Seine angestammte Brutnische lasse sich nicht einfach versetzen. Am liebsten brüte er da, wo er selber geschlüpft sei.

Rotschwänze mögen Hochstämmer

Mit weiteren Massnahmen will nun die Vogelwarte Sempach, zusammen mit den Kantonen St. Gallen und Thurgau sowie der Gemeinde Muolen, den Singvogel wieder ins Gebiet locken. Die Landwirte sollen ebenfalls mit ins Boot geholt werden. An einer Informationsveranstaltung erhielten rund 40 Anwesende erste Einblicke in entsprechende Vorkehrungen. Einerseits sollen Hochstammobstanlagen gefördert werden. Sie hätten für den Singvogel eine grosse Bedeutung, wie Müller sagt. «So genannte Charakterbäume mit ihren Höhlen bieten den Gartenrotschwänzen einen guten Bruterfolg.» Auch das Saatgut für Blumenwiesen neben Hochstammobstanlagen wird mit einer teilweisen Kostenvergütung von den Kantonen übernommen. Zudem sind Pfähle, weitere kleinere Bäume, Gartenhäuschen und Hecken wichtig, damit der Vogel seinem Jagdtrieb nach Insekten nachgehen kann.

Sind Landwirte an diesen Massnahmen interessiert, können sie sich mit der Gemeinde, dem Kanton oder der Vogelwarte Sempach in Verbindung setzen. Gewisse Punkte müssen beachtet werden, damit eine finanzielle Unterstützung gewährleistet werden kann, betont Nina Moser vom Amt für Raumentwicklung des Kantons Thurgau. Wie erste Reaktionen seitens der Landwirte zeigen, herrscht jedoch noch eine gewisse Verunsicherung, wie die gezeigten Massnahmen umgesetzt werden können. Müssen die Landwirte viele und lange Kontrollen über sich ergehen lassen? Und wie kann die gegenseitige Zusammenarbeit aussehen? Auch die finanzielle Unterstützung wurde am Rundgang angesprochen. Möglichst pragmatische Ansätze verspricht Bernhard Keller, Gemeindepräsident von Muolen. «Es ist klar, dass sich die Landwirte fragen, was ihnen das Projekt bringt.» Doch Geld sei nicht immer der entscheidende Faktor, in erster Linie sei die Freude und die Ansiedlung des Gartenrotschwanzes entscheidend. «Wir wollen das Projekt möglichst einfach halten.»

«Nicht zum Kontrollprojekt mutieren»

Beiträge sollen so angesetzt werden, dass sie für die Landwirte attraktiv seien, jedoch im bezahlbaren Rahmen, sagt Bernhard Keller. Man rechne somit zwar mit Zielkonflikten. «Wir sind offen für Inputs und überzeugt vom spannenden Projekt. Es soll keinesfalls zu einem Kontrollprojekt mutieren.»

Manuela Bruhin

amriswil@thurgauerzeitung.ch

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