MUOLEN: Noch auf der Bühne vereidigt

Gleich zu zwei Versammlungen wurden die Bürger am Montagabend in den «Adlersaal» gerufen. Zuerst ging es um weltliche Dinge, bevor anschliessend die Kirchbürger einen neuen Verwaltungsratspräsidenten wählten.

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Der neue KVR-Präsident Gallus Faller und Paul Benz. (Bild: Benjamin Manser)

Der neue KVR-Präsident Gallus Faller und Paul Benz. (Bild: Benjamin Manser)

Mit 206 Bürgern war im Saal jeder Platz besetzt. Davon könnten andere Gemeinden bei einer Bürgerversammlung nur träumen, sagte Gemeindepräsident Bernhard Keller. Er sprach auch den knappen Platz an: «Es ist definitiv Zeit für einen neuen Mehrzwecksaal.» Am Montag musste nochmals der «Adlersaal» genügen. Nebst Rechnung und Budget stimmten die Bürger auch über ein neues Tanklöschfahrzeug für rund 160'000 Franken ab. Nur ein Bürger fand, dass das jetzige mit Baujahr 1993 reichen würde. Das neue Fahrzeug wurde mit einer Gegenstimme angenommen.

Ein Jahr war das Amt vakant

Die Kirchbürgerversammlung konnte um 21.45 Uhr starten, zu einer noch «christlichen Zeit», fand Keller. Nicht überraschend war die Wahl mit nur einer Gegenstimme von Gallus Faller zum neuen Kirchenverwaltungsratspräsidenten. Der 43-Jährige wurde gleich auf der Bühne vereidigt. Nach über einem Jahr Vakanz hat der Kirchenverwaltungsrat damit wieder einen Präsidenten.

Nachdem Ende 2015 für Robert Gisler kein Nachfolger gefunden werden konnte, setzte der katholische Administrationsrat des Kantons Paul Benz als Kurator ein. Dieser erhielt Anfang 2016 die Aufgaben, die Geschäfte weiterzuführen und bis zur Kirchbürger­versammlung vom vergangenen Montag einen neuen Präsidenten zu finden.

Die intensive Suche sei nicht immer einfach gewesen, sagte Benz. Während über einem Jahr führte er zahlreiche Gespräche mit Dorfbewohnern und warb in den Mitteilungsblättern für das Präsidentenamt – erfolglos. «Die Kirchgemeinde Muolen ist mit 600 Katholiken sehr klein», sagte Benz. «Um die 75 Personen ar­beiten bereits für die Kirchgemeinde. Viele der restlichen Einwohner sind schon in anderen Vereinen oder Kommissionen tätig und haben zudem Familie und Beruf. Das wird dann zu viel.»

Fusion mit anderer Kirchgemeinde drohte

Weil Benz so lange niemanden finden konnte, wurde er schliesslich deutlicher in den Pfarreinachrichten. Er wollte den Muolern klar machen, was passiere, wenn sich niemand mel­den würde. Gemäss Verfassung sei es unumgänglich, dass ein Kirchenverwaltungsrat vollzählig sein müsse, wenn eine Kirchgemeinde eigenständig bleiben wolle. «Hätte ich keinen Kandidaten gefunden, hätte Muolen eine Fusion mit einer anderen Kirchgemeinde ins Auge fassen müssen», sagt Benz.

Diese Worte haben bei Gallus Faller gefruchtet. Kurz darauf meldete er sich bei Benz. (woo)