MUOLEN: Das Rössli kehrt nach Amriswil zurück

Das stattliche Wirtshausschild aus der Kunstschmiede von Paul Spörlé wird im Ortsmuseum am Palmensteg eine feste Bleibe bekommen. Es soll in den Originalzustand versetzt werden.

Yvonne Aldrovandi-Schläpfer
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Leo Jung übergibt Kurt Krattiger und Eugen Fahrni das Rössli, Edith Jung schaut zu. (Bild: Yvonne Aldrovandi)

Leo Jung übergibt Kurt Krattiger und Eugen Fahrni das Rössli, Edith Jung schaut zu. (Bild: Yvonne Aldrovandi)

Die Tage des Restaurants Rössli in Muolen sind gezählt. Bald wird der Bagger auffahren und das 164-jährige Wirtshaus abreissen. Doch das Wirtshausschild – das Rössli, das an der Fassade prangte – darf weiterleben.
Am Montagnachmittag war es soweit: Das schmucke Rössli, das an der Halterung mit dem Wappen der Familie Jung bestückt ist, wurde abmontiert. «Das Wirtshausschild ist etwa im Jahre 1935 vom Amriswiler Kunstschmied Paul Spörlé erschaffen worden», sagt das Ehepaar Edith und Leo Jung, Besitzer des Restaurants.

In den 60er-Jahren musste das Schild wegen der neuen Strassenführung entfernt werden. Das Rössli wurde durch eine gelbe Leuchttafel ersetzt, und es fristete ein verstaubtes Dasein im Estrich. Im Jahre 1992 holte Leo Jung das alte Rössli, durch Ansporn vom Kunstschmied und Schlosser Bruno Spoerlé (einem Sohn von Paul Spörlé), wieder hervor – liess es durch ihn und der Muoler Sandstrahlerei Kuhn restaurieren und weiss streichen. «Durch den weissen Anstrich hat es einen Apfelschimmel ergeben, sagt Leo Jung schmunzelnd.
Ortsmuseumspräsident Eugen Fahrni sowie Ortsmuseumsmitglied Kurt Krattiger, die das Wirtshausschild demontierten, brachten es anschliessend zur Kunstgiesserei Hutter nach Amriswil. «Cornel Hutter wird das Rössli restaurieren und vor allem die weisse Farbe wenn möglich wegputzen», erklärt Eugen Fahrni.

Ursprünglich sei dieses nämlich schwarz gewesen – so, wie alle Werke von Paul Spörlé (1899–1971), wenn sie aus der Esse in der Schmiede kamen. Nach der Restauration wird das «Muoler Rössli» im Ortsmuseum in Amriswil ausgestellt und somit die Sammlung der Exponate von Paul Spörles Werken erweitern. Edith und Leo Jung haben das Restaurant seit 1981 in fünfter Generation geführt. Das Restaurant und die Scheunen werden nun abgebrochen. An derselben Stelle werden 23 Mietwohnungen mit Tiefgarage entstehen. «Wir haben unser Ziel erreicht», sagt Leo Jung zufrieden. Viele schöne Erinnerungen an strenge, aber auch gesellige Tage im Restaurant Rössli bleiben.