Münsterlinger wollen einen Steg

MÜNSTERLINGEN. An der Gemeindeversammlung haben die Münsterlinger einen Grundsatzentscheid für den geplanten Hafen gefällt. Sie haben den Planungskredit für eine Steganlage mit Wellenbrechern bewilligt und die herkömmliche Variante verworfen.

Nicole D'orazio
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Fotomontage: So könnte der 300 Meter lange Steg im Münsterlinger Trichter einmal aussehen. (Bild: pd)

Fotomontage: So könnte der 300 Meter lange Steg im Münsterlinger Trichter einmal aussehen. (Bild: pd)

Die Münsterlinger wollen einen Hafen. Bereits seit 15 Jahren sind Diskussionen und Planungen im Gange, doch weit ist man nie gekommen. Gestern abend hatte die Ungewissheit ein Ende. Die 133 Stimmbürger an der Gemeindeversammlung fällten einen Grundsatzentscheid und zwar für eine Steganlage mit Wellenbrechern im Münsterlinger Trichter. Diese Variante kostet rund acht Millionen Franken im Gegensatz zu einem herkömmlichen Hafen, der zwischen 15 und 18 Millionen geschätzt worden war. Zudem ist die Steganlage als ökologisch weniger belastend eingestuft worden.

Der geplante Steg ist 300 Meter lang und wird durch Wellenbrecher geschützt. 170 Schiffe haben Platz. Bei einem herkömmlichen Hafen hätte man eine 300 Meter lange Fahrrinne und das Becken ausbaggern müssen. Zum Projekt gehört auch, dass auf dem bestehenden Bojenfeld vor Landschlacht 40 Plätze bestehen bleiben. Dem Münsterlinger Gemeinderat war wichtig, dass die Steuerzahler durch den Hafenbau nicht belastet werden. Mittels einer einmaligen Eintrittsgebühr und jährlichen Beiträgen der Bootsbesitzer könnte man realistischerweise bis zu acht Millionen Franken einnehmen. Für höhere Investitionen müsste Münsterlingen die Bootsplätze doppelt so teuer vermieten als andere Häfen in der Region.

Zweifel an der Sicherheit

Ein Votant zeigte sich darüber enttäuscht, dass der Gemeinderat die Steganlage favorisiert und die herkömmliche Variante seiner Meinung nach negativ dargestellt hätte. In seinen Augen wolle jeder Bootsbesitzer einen richtigen Hafen. Denn er zweifle, dass die Steganlage genauso sicher sei. Zudem glaube er nicht, dass ein Hafen wirklich zwischen 15 und 18 Millionen kosten würde. Er hätte darum selber eine konkrete Offerte eingeholt, die nur auf 12,5 Millionen komme.

Ein anderer Votant betonte, dass nicht alle Bootsbesitzer sehr wohlhabend seien und die Bootsplätze auch für Normalsterbliche erschwinglich sein müssten. Vor allem für Einheimische «Wir wollen keinen Hafen wie in Bottighofen», sagte er.

Klare Entscheidung

Die Stimmberechtigten waren der gleichen Meinung. 60 stimmten für einen Projektierungskredit in der Höhe von 430 000 Franken für die Weiterverfolgung der Steganlage . 43 stimmten dagegen. Für die herkömmliche Hafenvariante sprachen sich 18 Stimmbürger aus, 90 lehnten sie ab.