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MÜNSTERLINGEN: Keine Rettung

Das Internationale Blindenzentrum in Landschlacht wird definitiv schliessen. Eine Gruppe wollte die Einrichtung mit einer Genossenschaft weiter betreiben. Der Stiftungsrat hat sich aber anders entschieden.
Nicole D’orazio
Blick zum Eingang des Blindenzentrums. Ende September wird es schliessen. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Blick zum Eingang des Blindenzentrums. Ende September wird es schliessen. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Nicole D’Orazio

nicole.dorazio

@thurgauerzeitung.ch

Max Bolliger ist enttäuscht und wütend. Mit der Gruppe «Rette das IBZ!» hat er versucht, die drohende Schliessung des Internationalen Blindenzentrums (IBZ) in Landschlacht zu verhindern. Vergebens. Der Stiftungsrat hat letzte Woche beschlossen, den Betrieb per Ende September dieses Jahres definitiv einzustellen. Aus Rentabilitätsgründen. «Natürlich bin ich sehr enttäuscht», sagt der Bottighofer und ehemalige Stiftungsratspräsident des IBZ. Etwas sehr Gutes gehe verloren, und zwar auf eine dumme Art. «Richtig ärgert mich, dass in diesem Fall Blinde und Sehbehinderte von den eigenen Selbsthilfe-Organisationen verarscht werden.»

Als letzten Herbst bekannt wurde, dass das IBZ geschlossen werden soll, rief Bolliger eine Initiativgruppe ins Leben, welche den Betrieb retten will (unsere Zeitung berichtete). Es sollte eine Genossenschaft gegründet werden, die das Haus im Baurecht übernimmt und mit einem angepassten Konzept weiter führt. Die Gruppe wollte ein Eigenkapital von 800000 Franken mittels 400 bis 500 gezeichneten Anteilsscheinen aufbauen. Die Hotellerie sollte von 50 auf 25 Zimmer reduziert werden, dafür sollten 15 bis 20 Langzeitbewohner einziehen. Die Gruppe wollte die nötigen Umbauarbeiten für 1,5 Millionen Franken realisieren. Der Stiftungsrat ging hingegen von Investitionskosten von sieben Millionen Franken aus.

Viele Reaktionen und Zusagen

«Wir hätten es hingebracht», sagt Bolliger. «Ich hätte das zu Beginn nie gedacht, weil die Hürden so hoch waren. Doch die Reaktionen von Leuten aus der Region sowie Betroffenen waren enorm.» Bis zum 10. Januar hatte man 800 Anteilsscheine von 300 Personen. Zudem hatte die Gruppe Zusagen von Stiftungen und Verbänden in Aussicht. «Sogar vier Stiftungsräte haben bei uns mitgemacht. Warum sie dann doch gegen unsere Lösung gestimmt haben, kann ich nicht verstehen.» Die Gruppe hat dem Stiftungsrat letzte Woche seine Idee vorgelegt. «Wir hatten aber nie eine Chance.» Über Dritte habe er erfahren, dass der Stiftungsratspräsident nie im Sinn hatte, der Rettungslösung zuzustimmen. Man hätte ihnen im Nachhinein einen jährlich kündbaren Mietvertrag angeboten. Den Preis hätten sie dem der Spital Thurgau AG, welche das IBZ mieten wird, anpassen müssen. «Das kam aber nicht in Frage. Wir hätten das Baurecht gebraucht. Sonst hätten wir ohne Planungssicherheit investieren müssen. Das wäre einem Raubzug auf das Kapital der Genossenschafter gleichgekommen.» Bolliger ist konsterniert. Der Spital Thurgau AG macht er keinen Vorwurf, sondern dem Stiftungsratspräsidenten, betont er. Letzterer hätte von Beginn an ehrlich sein sollen, dass eine Rettung nie zur Debatte stand, sondern dass er alles verkaufen wolle. «Das ist ein Trauerspiel.» Er persönlich fühle sich wenigstens durch die vielen positiven Reaktionen für seine Arbeit entschädigt.

Stiftungsratspräsident Erich Kern konnte gestern nichts zur Schliessung des IBZ sagen. Er verwies auf eine Stellungnahme des Stiftungsrates, die in Arbeit sei. Man werde sie in diesen Tagen verschicken, sagte er.

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