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MÜNSTERLINGEN: In Geldfragen uneins

Der Stiftungsrat äussert sich zur Schliessung des Internationalen Blindenzentrums in Landschlacht und zur Vermietung an die Spital Thurgau AG. Das Angebot zur Rettung sei finanziell nicht aufgegangen, heisst es.
Nicole D’orazio

Nicole D’Orazio

nicole.dorazio

@thurgauerzeitung.ch

Der Stiftungsrat des Internationalen Blindenzentrums (IBZ) bricht sein Schweigen. Am 11. Januar fällte er den Entscheid, das IBZ definitiv per Ende September dieses Jahres zu schliessen und das Areal an die Spital Thurgau AG zu vermieten, wie unsere Zeitung berichtete. Er wolle nun seine Sichtweise sachlich darlegen, heisst es in einem Communiqué.

Dem Stiftungsrat hätten zwei Angebote für das IBZ-Areal in Landschlacht vorgelegen. Einerseits die Weiterführung des Zentrums mit neuem Konzept durch die Interessensgemeinschaft «Rette das IBZ», welche ein Baurecht auf 20 oder 25 Jahren vorsah. Andererseits ein befristeteter Mietvertrag. Denn die Spital Thurgau AG suchte ein Provisorium für die Unterbringung von zwei bis maximal drei psycho­therapeutischen Pflegestationen des psychiatrischen Dienstes.

Die jährliche Baurechtsentschädigung der IG, wie an der Präsentation gegenüber dem Stiftungsrat vorgetragen, hätte 50000 Franken betragen. «Damit hätte die Stiftung ihre gesamten Aufwände selber tragen müssen, wobei die Zinsaufwendungen für Schulden jährlich bereits 25000 Franken ausmachen. Es blieben für übrige Kosten 25000 Franken. Damit wären die vorhandenen Schulden von rund 1,3 Millionen Franken kaum abzubauen, eine allfällige Zinssatzsteigerung lässt sich ebenfalls kaum stemmen», schreibt Stiftungsratspräsident Erich Kern.

Interessanterweise würde man auf der nach der Sitzung angepassten Homepage der IG folgender Kommentar dazu finden: «Wir haben dem Stiftungsrat unser schriftliches Angebot unterbreitet: Eckpunkte sind, dass wir den Stiftungszweck weiter verfolgen, sie von den Kosten für die Schuldenverzinsung, für administrative Kosten und sogar einen Beitrag für die Schuldentilgung mittels eines Baurechtszins von 40000 Franken entschädigen».

Für die Stiftung war der Baurechtszins zu tief

Einen Tag vor der Sitzung hätten sich Bolliger und Kern noch über Konzept und Angebot sowie über den Baurechtszins von 50000 Franken unterhalten. «Herr Kern hat Herrn Bolliger auf den für die Stiftung IBZ zu tiefen Baurechtszins und des damit entstehenden Problems von zu wenigen Einnahmen im Verhältnis zu den Kosten hingewiesen. Herr Bolliger meinte kurz, dass der Stiftung keine Gewinne zugestanden werden», heisst es.

Weiter habe dem Stiftungsrat kein eigentlicher Businessplan zur Entscheidungsfindung vorgelegen. «Dies mag angesichts der kurzen Vorbereitung verständlich sein, hilft aber bei der Entscheidungsfindung auch nicht.» Deshalb habe man nach Namen von Institutionen oder Personen gefragt, welche fünf oder gar sechsstellige Beträge der IG zur Verfügung stellen wollten. Der Beantwortung dieser Frage kam die IG nicht nach.

Eine Einigung war nicht möglich

Das Gegenangebot des Stiftungsrats an die IG, welches ein Mietrecht in etwa gleicher Höhe wie jenes von der Spital Thurgau AG vorsah, wurde von der IG abgelehnt, da die Laufzeit von einem Jahr, aber auch bei fünf Jahren zu kurz gewesen wäre, um Kredite aufnehmen zu können, teilt Kern weiter mit.

«Eine Einigung bezüglich der Art und Höhe der Abgeltung für das Überlassen des IBZ-Areals an die IG war somit nicht möglich. Eine weitere Beurteilung des IG-Konzepts erübrigte sich aus Sicht der Stiftung.» Der Zuschlag ging letztlich an die Spital Thurgau AG. «Der Stiftungsrat steht voll und ganz hinter diesem Entscheid. Die Kommentierungen seitens der IG, wie sie alsdann erfolgten, erachten wir als nicht sachdienlich.»

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