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MÜNSTERLINGEN: Braver Ehemann wird Frauenheld

Der Theaterverein wagt sich dieses Jahr mit einem leicht frivolen, jedoch familientauglichen Stück auf die Bühne. Am 28. April feiert «Wolkä Sibe» Premiere in der Scherzinger Bächlihalle.
Das Ensemble des Theaters Münsterlingen bei der Probe. (Bild: Andrea Stalder)

Das Ensemble des Theaters Münsterlingen bei der Probe. (Bild: Andrea Stalder)

Der Kreuzlinger Timo Michels betritt den Saal der Bächlihalle und begrüsst seine Schauspielkollegen in perfektem Basler-Dialekt. In seiner Stimme schwingt eine leicht blasierte Note mit. Hajo Winterfeld steht in seinem seidenen Morgenmantel, der mit asiatischen Schriftzeichen verziert ist, bereits auf der Bühne und reicht Timo die Hand. Als er sich zu seinem Kollegen runterbückt, kommen seine Boxershorts zum Vorschein. Seine Aussprache ist gedehnt und seine Gestik femininer als gewohnt. Thomas Bitschnau hingegen ist die Männlichkeit in Person und wirft seine Schauspielpartnerin gekonnt aufs Bett, bevor Regisseur Roger Cotting die Szene mit einem Klatschen beendet.

Kurze und intensive Probenzeit

Es waren intensive Wochen für das Ensemble des Theaters Münsterlingen. Seit Januar wird ein bis zweimal die Woche in der Bächlihalle in Scherzingen geprobt. Roger Cotting ist immer noch Fan einer intensiven, kurzen Probezeit. «Die Darsteller sollen bis zur Aufführung motiviert bleiben. Probt man ein halbes Jahr lang, ist die Luft am Ende schon draussen», befürchtet er. Nach einem langen Findungsprozess fand der Verein ein Stück, das für alle passte. «Bei ‹Wolkä Sibe› kann man sich als Zuschauer entspannen. Die Geschichte ist simpel und amüsant», findet Andrea Kopfmüller. Sie steht sonst mit dem Theater Tägerwilen auf der Bühne. «Für diese Inszenierung wurde ich ausgeliehen», sagt sie. Das Münsterlinger Team funktioniere perfekt. «Jeder hat seine Aufgaben.» Man merke die langjährige Erfahrung des Vereins.

Alle weiblichen Akteure stehen in Laufe des Stücks einmal nur in Unterwäsche auf der Bühne. «Aber absolut familientauglich», verspricht Cotting. Thomas Bitschnau muss sich in seiner Rolle vor all den Avancen der Frauen retten. Obwohl er als Udo Häberli eher unscheinbar rüberkommt und auch seine Vergangenheit mit dem anderen Geschlecht unspektakulär ist. Irgendetwas muss mit ihm passiert sein. Nicht unerfreut von der neuen Situation nutzt er seine Anziehungskraft aus und geniesst das Interesse der Damen. Seine Frau ist weniger begeistert und schickt ihn in ein Sanatorium, in dem seine unzüchtigen Gedanken und Taten verdrängt werden sollen. Doch auch die Pflegerinnen werfen sich dem Manager einer Modeagentur um den Hals. Irgendwas Ungewöhnliches muss hier vorgefallen sein. «Die Auflösung ist ziemlich unerwartet», verrät Roger Cotting. Mehr aber auch nicht. «Sonst ist die ganze Spannung weg.»

Desirée Müller

kreuzlingen

@thurgauerzeitung.ch

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