Mülibach: Zwei sind im Boot

LANGRICKENBACH. Der Mülibach in Langrickenbach wird voraussichtlich auf einer längeren Strecke renaturiert als vorgesehen. Ein weiterer Grundbesitzer ist mit im Boot.

Michèle Vaterlaus
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Ab dieser Stelle fliesst der Mülibach unterirdisch weiter. (Bild: Michèle Vaterlaus)

Ab dieser Stelle fliesst der Mülibach unterirdisch weiter. (Bild: Michèle Vaterlaus)

Walter Häberlin will 350 Meter des Mülibachs in Langrickenbach renaturieren lassen. Das in Zusammenarbeit mit Pro Natura. Nun ist ein weiterer Grundeigentümer mit ins Boot gestiegen. Damit würden rund 450 Meter des Bachs an die Oberfläche geholt werden. Das Vorhaben kostet rund 500 000 Franken. Die Renaturierung über diese Strecke würde mit einem Landabtausch passieren. «Ich war erst skeptisch, weil ich einen Landverlust und damit auch eine Ertragseinbusse hatte», sagt der Eigentümer. Mit dem Landabtausch habe er aber keinerlei Verluste zu verzeichnen. Wie Häberlin hat auch er das Land von seinem Vater geerbt und ist dort aufgewachsen.

Gemeinde noch unschlüssig

70 bis 80 Prozent der Renaturierung werden Kanton und Bund bezahlen – denn solche Renaturierungsprojekte sind subventionsberechtigt. Grundsätzlich müsste dafür aber die Gemeinde die Bauherrschaft übernehmen, wie es an einer Informationsveranstaltung im August hiess. Ob die Gemeinde die Bauherrschaft übernimmt, ist aber noch offen. «Im Gemeinderat haben wir das noch nicht besprochen», sagt Frau Gemeindeammann Fabienne Schnyder. Zudem würde ein Projekt über diesen Betrag sowieso der Gemeindeversammlung vorgelegt werden müssen. «Wir müssten ja den Bruttobetrag von einer halben Million vorlegen.»

Dass Subventionen nur gesprochen werden, wenn die öffentliche Hand die Bauherrschaft übernimmt, ist aber gar nicht so klar definiert. «Wir klären derzeit ab, ob auch andere Organisationen oder Institutionen die Bauherrschaft übernehmen können und gleichzeitig subventionsberechtigt sind», sagt Klemens Müller vom Amt für Umwelt.

Für den offenen Betrag von knapp 90 000, den die Bauherrschaft aus eigenem Sack bezahlen müsste, will Pro Natura bei einer Stiftung anklopfen. Auch eine Privatperson will sich offenbar an den Kosten beteiligen.

Pro Natura guter Dinge

Bis es aber soweit ist, will Pro Natura das neue, nun etwas grössere Projekt ausarbeiten. «Die Kosten werden nicht wesentlich höher sein, als beim ersten Projekt», sagt Philip Taxböck von Pro Natura Thurgau. Obwohl sich Pro Natura an der Informationsveranstaltung im August verteidigen musste, ist er guter Dinge. «Der Gemeinderat sendet uns neutrale Signale», sagt er. «Aber bis das Projekt soweit ist und überhaupt der Gemeindeversammlung vorgelegt werden kann, wird es wohl nochmals ein halbes Jahr dauern.»

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