Mostindien-Rundfahrt ging baden

Normalerweise schwingen sich zehnmal mehr Teilnehmer in den Sattel. Die Mostindien-Rundfahrt des RV Arbon am Wochenende ertrank im Regen.

Max Eichenberger
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Es war ein ziemlicher Frust für die Organisatoren des Radfahrervereins Arbon: Da war es zwei Wochen lang frühlingshaft schön bei angenehmen Temperaturen, die Obstgärten standen im Bluest – wie getimt. Und dann dies: nasskaltes Wetter trübte an den beiden Tagen der Mostindien-Rundfahrt am Samstag und Sonntag die Veranstaltung.

Mehr Helfer als Teilnehmer

«Die Veranstaltung ging leider bei den misslichen Verhältnissen baden – es war für uns eine grosse Ernüchterung»,

resümiert Mitorganisator Kurt Stacher sonst eines der Highlights im Veranstaltungskalender des RVA. Es waren viel mehr Leute an der Vorbereitung und bei der Durchführung beteiligt, als Teilnehmer auf dem Bike, mit dem Touren- oder Rennvelo unterwegs waren auf den verschiedenen Routen.

Riesenaufwand nicht belohnt

Diese Routen waren letztlich für wenige, die dem Wetter getrotzt haben, ausgeschildert worden.

Am Samstag, als es zwischen Landregenabschnitten wenigstens noch schonte, schrieben sich immerhin 60 bis 70 Radler an den beiden Startorten Arbon und Sulgen ein. Bei Dauerregen am Sonntag waren es dann noch ein Dutzend. Die Organisatoren sprechen von einem «Trauerspiel» mit Petrus in der Hauptrolle. «Für den RVA war das schlimm. Wir hatten einen Riesenaufwand und nichts schaute heraus», konstatiert Stacher.

Biker am resistentesten

Normalerweise, wenn das Wetter mitspielt, verzeichnet der RVA zehnmal mehr Teilnehmer: 700 bis 1000. Am resistentesten zeigten sich noch die Biker, die solches Wetter und Terrain eher gewohnt sind oder teils sogar bevorzugen. Sie waren bei den Teilnehmerkategorien klar in der Überzahl. Die hartgesottensten nahmen sogar die 120 Kilometer lange Jumbo-Tour unter die Räder.

Die Strecke sei so weit in gutem Zustand gewesen trotz der Niederschläge, «weil vorher der Untergrund steintrocken gewesen war». Die Prognosen fürs Wochenende liessen erwarten, dass die Veranstaltung wettermässig nicht unter einem günstigen Stern stehen sollte. Sie haben sich bewahrheitet. Und darauf hoffen, dass sich doch noch eine stattliche Schar spontan entscheiden, konnte man bei einem Blick aus dem Fenster am Samstagmorgen nicht.

Durchfroren ins Auto

Der Nässe und Kälte hatten manche der Teilnehmer auch Tribut zu zollen. So musste eine Teilnehmerin völlig durchnässt und durchfroren auf der Strecke von Helfern ins Auto geladen werden. Viele hundert Schinkenbrötli und andere Verpflegung blieben übrig und wurden am Montag in Schulzimmern verteilt. Dass auch in den Festwirtschaften nichts lief, erübrigt sich eigentlich zu erwähnen.

«Jetzt bleibt uns nichts anderes übrig, als diese verregnete Tour abzubuchen und auf einen sonnigen Mai 2011 zu hoffen», sagt OK-Präsident Magnus Moser..