Mostäpfel-Pioniere erhalten grosses Lob

ARBON. Am Samstag hat die Arbeitsgemeinschaft Wirtschaft und Gesellschaft den beiden Arboner Unternehmern Ernst und Markus Möhl einen Preis verliehen. Er gilt als Anerkennung ihres Engagements für den Mostapfel.

Rudolf Steiner
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Die Preisträger mit dem Präsidenten der AWG: Ernst Möhl, Markus Möhl und Bruno Schlauri. (Bild: Rudolf Steiner)

Die Preisträger mit dem Präsidenten der AWG: Ernst Möhl, Markus Möhl und Bruno Schlauri. (Bild: Rudolf Steiner)

Die AWG, die Arbeitsgemeinschaft Wirtschaft und Gesellschaft, ist eine Arbeitsgruppe der CVP Thurgau. Deren Blicke sind vor allem auf eine Wirtschaft gerichtet, die der ganzen Gesellschaft dient, sagt Präsident Bruno Schlauri aus Tägerwilen bei der Begrüssung der rund 40 Gäste am Samstagvormittag in Arbon. «Unter diesem Aspekt werden auch die Preisträger des Anerkennungspreises, der zum neuntenmal verliehen wird, ausgewählt», sagt Schlauri weiter.

Mit Verantwortung und Erfolg

Ohne der Laudatio von Niklaus Rüedi vorzugreifen, stelle Schlauri fest, dass die beiden Brüder Ernst und Markus Möhl diese Voraussetzungen und Kriterien in hervorragender Art und Weise erfüllten. «Sicher hätte es wegen diesem Typ Unternehmer keine Minder-Initiative gebraucht», brachte es Schlauri auf den Punkt. Laudator Niklaus Rüedi: «Ich bin bekennender Heimweh-Arboner», sagte er und streifte dann in seiner Laudatio kurz die Geschichte der mittlerweile vier Generationen zählenden Mosterei Möhl. «In meiner Jugendzeit gab es hier im Umkreis von zehn Kilometern noch 15 Mostereien, im ganzen Kanton Thurgau über 50. Die meisten mussten aufgeben, andere haben in einer grösseren Firmengruppe Unterschlupf gefunden», sagt Rüedi. «Selbständig geblieben und dabei immer gewachsen ist nur eine: die Mosterei Möhl AG», lobte Rüedi die beiden engagierten, verantwortungsbewussten und erfolgreichen Arboner Unternehmer Ernst und Markus Möhl.

Immer den richtigen Riecher

Als Erfolgsfaktoren für diese bald 120jährige Firmengeschichte nannte Rüedi breite Ausrichtung und Qualität der Produkte. «Ihr habt immer den richtigen Riecher und die nötige Weitsicht gehabt», zählte Rüedi einige Faktoren auf.

Mit der Markteinführung von Shorley und dem alkoholfreien Saft hätten sie zum richtigen Zeitpunkt Meilensteine von nationaler Bedeutung gesetzt. Trotzdem hätten sie immer das Augenmass für das Marktgebiet und das Wachstum beibehalten. Ein Beweis seien die Investitionen von 60 Millionen Franken in den letzten 15 Jahren. «Stetig aufwärts, alles aus eigener Kraft und nie von den Banken abhängig.» Und trotzdem seien Tradition und Innovation bei ihrem Unternehmen kein Widerspruch.

Als Beispiele für Tradition nannte Rüedi etwa das Engagement für die Hochstammobstbäume, die Investition in grosse Holzfässer, das Mosterei-Museum und die gute alte Bügelflasche als neues Kultobjekt. Demgegenüber stünden die Einführung von Swizly als Getränk für die Snowboard-Generation und des Apfelschaumweins «Cuvée Jean-Georges». Zudem sei die Mosterei Möhl AG mit den 60 Mitarbeitern ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für die Region, sagt Rüedi.

Preis geht an die Musikschule

Als Vertreter der Preisträger richtete Verwaltungsratspräsident Ernst Möhl einige persönliche Gedanken zur Zukunft der Mosterei Möhl AG, zum Kontakt zu den Produzenten, zur Markenpflege, zum Agrarfreihandel und der Regelung der Nachfolge ans Publikum. Nach den Dankesworten an die AWG gab er die Preissumme gleich an Leo Gschwend, den Leiter der Musikschule Arbon, für die Jugendförderung weiter. Drei von ihnen, Sina Lehmann und Sari Stuber auf der Violine und Franziska Siegrist am Violoncello, umrahmten als Trio Vivace die Feier mit festlichen, klassischen Kompositionen. So passte die Weitergabe der Preissumme von der Mosterei Möhl an die Musikschule Arbon bestens mit dem Programm zusammen. Die Stimmung war fröhlich und locker.

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