MOOS/ULM: Applaus für das Appenzeller-Floss aus Moos

Die Mitglieder des Flossclubs Wasserflöh aus der Gemeinde Bürglen sind stolz: Sie konnten am Montag am Volksfest Nabada in Ulm an der Donau mitmachen. Zehntausende Zuschauer beklatschten den witzigen Auftritt aus dem Thurgau.

Hannelore Bruderer
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Die Wasserflöh Moos schippern mit ihrem Käse-Floss vor vielen Zuschauern in Ulm die Donau hinab. (Bild: Hannelore Bruderer)

Die Wasserflöh Moos schippern mit ihrem Käse-Floss vor vielen Zuschauern in Ulm die Donau hinab. (Bild: Hannelore Bruderer)

MOOS/ULM. Rund 50 000 Schaulustige säumen die Ufer der Donau im baden-württembergischen Ulm. Sie warten auf das Nabada. Das ist schwäbisch und steht für «Hinunterbaden». Auf dem Wasser patrouillieren die Boote der Organisatoren und der Rettungsdienste. Die Regenfälle der vergangenen Woche haben die Donau auf 15 Grad abgekühlt. «Wann kommen die Schweizer?», fragt eine Frau ihren Begleiter. Es hat sich herumgesprochen, dass in diesem Jahr ein Floss aus dem Nachbarland den Traditionsanlass besucht. «Die Schweizer» – gemeint sind damit das Floss und die Mannschaft des Flossclubs Wasserflöh aus dem Bürgler Ortsteil Moos.

Die schweigenden Appenzeller

Der Flossaufbau mit seinen drei schweigenden Appenzellern und dem gigantischen Fondue-Caquelon war schon beim Mammut-Flossrennen auf Sitter und Thur ein Hingucker und landete in der Originalitätsklasse auf dem zweiten Platz. Das Thema ihres diesjährigen Flosses hat den Flössern aus Moos zu diesem aussergewöhnlichen Auftritt am Ulmer Volksfest verholfen. Ein Foto des Flosses mit den bekannten Figuren aus der Werbung erreichte auch die Chefetage der Sortenorganisation Appenzeller Käse. Dass die «Wasserflöhe» das Sujet so authentisch umgesetzt und für den Bau des Flosses nicht einmal um Sponsorengeld angeklopft, sondern ihre Idee selber finanziert haben, hat dem Direktor von Appenzeller Käse, Christoph Holenstein, imponiert. Das Foto des Flosses wurde auch Günter Wolf von der Switzerland Cheese Marketing GmbH übermittelt, der in Ulm wohnt. «Das wäre etwas für unser Nabada», dachte sich Wolf. Er und Christoph Holenstein wollten die Kreativität und Bescheidenheit der Flösser aus dem Thurgau belohnen. «Wir haben den Flossclub nach Ulm eingeladen und tragen die Kosten für den Transport und die Unterbringung der Flösser. Organisieren musste sich der Verein aber selber.»

Er liess sich anstecken

Daniel Santschi lehnt an der Ufermauer und blickt auf den Fluss. Zunächst habe die Einladung nach Ulm keinen Begeisterungssturm bei ihm ausgelöst, gibt der Präsident des Flossclubs Wasserflöh zu. «Nach dem Bau des Flosses, dem Rennen auf Sitter und Thur sowie dem Vereinsauftritt mit der Flösserbar an der Bürgler Frühlingsausstellung, war bei mir die Luft draussen. Ich wollte in diesem Jahr nicht noch etwas organisieren.» Erst als Vereinsmitglied Sacha Thür sich bereit erklärt hatte, diesen Teil zu übernehmen, liess er sich von der Vorfreude der anderen anstecken.

Start mit Böllerschüssen

Auf dem Floss der Wasserflöhe lässt sich niemand von dem hektischen Treiben anstecken. Am Tisch zwischen Fondue-Caquelon und schweigenden Appenzellern sitzen auch Christoph Holenstein und Günter Wolf. Sie fahren mit den Mooser Flössern mit. Offiziell wird das Nabada mit Böllerschüssen eröffnet. Aber bereits vor dem grossen Knall ist auf dem Fluss die Hölle los. Auf allem, was schwimmt, lassen sich die Teilnehmer den Fluss hinuntertreiben. Es sind so viele Menschen und Schwimmuntersätze auf dem Fluss, dass man kaum noch Wasser sieht.

Der Höhepunkt im Vereinsjahr

Nach und nach legen auch die Themenschiffe ab. Das Floss aus der Schweiz zieht erneut viel Aufmerksamkeit auf sich, den «Appenzellern» wird zugewinkt und Beifall geklatscht. «Der Auftritt in Ulm war das Highlight des Vereinsjahres», freut sich Sacha Thür.