Monteur soll die Töchter seiner Freundin nicht missbraucht haben

Teil-Freispruch für Monteur: Schuldig sind er und seine Freundin aber, weil sie nichts gegen die sexuelle Beziehung der Tochter mit deren älteren Freund unternommen haben.

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WEINFELDEN. Angeklagt war der 40jährige Monteur, weil er die zwei Töchter seiner Freundin sexuell missbraucht haben soll. Elf und zwölf Jahre alt waren die beiden damals. In den Verhandlungen im Mai vor dem Weinfelder Bezirksgericht stritt der Mann alles ab. «Nein» lautete seine Antwort auf die Vorwürfe. Jetzt entschied das Gericht: Der Beschuldigte wird vom Vorwurf der mehrfachen sexuellen Nötigung sowie Handlungen mit Kindern aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Ein Teil der Anklagepunkte ist zudem verjährt. Die Mutter der beiden Töchter ist vom Vorwurf der Gehilfenschaft zu sexuellen Handlungen durch Unterlassung ebenfalls freigesprochen worden.

In einem Punkt sind die beiden Angeklagten jedoch verurteilt worden: Sie haben mit angesehen, wie die ältere der beiden Töchter – damals minderjährig – eine Beziehung mit ihrem deutlich älteren Freund führte. Sie war damals fünfzehn, der Freund 24 Jahre alt. Die Angeklagten hätten Zungenküsse beobachtet und mussten davon ausgehen, dass sexuelle Handlungen erfolgten. Der Mutter habe das Opfer sogar erzählt, wie sie und ihr Freund Petting gemacht hätten. Dieser gab die Tat zu und wurde in einer separaten Verhandlung mit einer bedingten Geldstrafe von zehn Tagessätzen bestraft.

Der Monteur wurde zu 300 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt, die Mutter zu einer Busse von sieben Tagessätzen zu 30 Franken sowie 600 Franken Busse plus Gerichtskosten. (red.)