Momente der Verbundenheit

Menschen, Situationen und Landschaften: Während dreier Monate ist Florian Schwarz in der Innerschweiz umher gezogen und hat fotografiert. Einige dieser Bilder stellt er ab Sonntag im Museum Rosenegg in Kreuzlingen aus.

Nicole D'orazio
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Fotograf Florian Schwarz steht im Rosenegg vor einer Auswahl seiner Bilder. (Bild: Nicole D'Orazio)

Fotograf Florian Schwarz steht im Rosenegg vor einer Auswahl seiner Bilder. (Bild: Nicole D'Orazio)

KREUZLINGEN. Verschiedene Gesichter schauen den Betrachter an. Auf anderen Schwarzweiss-Fotografien sind Landschaften und Momentaufnahmen zu sehen. Im Erdgeschoss des Museums Rosenegg werden ab Sonntag Fotografien von Florian Schwarz mit dem Motto «In Transit» gezeigt. Im Sommer 2011 war er mit seiner Leica-Kamera für drei Monate in der Innerschweiz unterwegs. Er hatte ein Atelierstipendium des Museums Stadtmühle in Willisau erhalten und reiste in der Region umher.

Einfach hingeschaut

«Ich habe ein SBB-GA erhalten und habe versucht, einfach zu schauen und zu hören», sagt er bei der Medieninformation am Mittwoch. «Ich habe mich dem dortigen Lebensrhythmus angepasst.» Die Uhren in der Innerschweiz würden etwas anders ticken, das habe er bald gemerkt. «Es ist eine sehr naturverbundene Region. Langsam verändert sich aber was.»

In manchen Situationen habe er eine Verbindung gespürt – zu einer Person, einer Situation oder einem Ort, erzählt der Fotograf. «In genau so speziellen Momenten der Verbundenheit entsteht ein Bild.» Er habe oft Menschen auf der Strasse, in Cafés oder im Laden angesprochen und gefragt, ob er sie fotografieren dürfe, erzählt er. «Auf Ablehnung bin ich eigentlich selten gestossen.» Er habe sich natürlich immer längere Zeit mit den Menschen unterhalten und erklärt, was er genau mache.

Bilder aus fremdem Album

Vier Bilder in der Ausstellung sind nicht von ihm. «Sie sind aus dem Familienalbum einer älteren Frau, die ich in Willisau kennengelernt habe», sagt Schwarz. Die Frau sei in der Innerschweiz aufgewachsen, dann aber mit der Familie ausgewandert und später in die Schweiz zurückgekehrt. «Sie erzählte mir, dass sie fremd war in der Umgebung, in der sie aufgewachsen war. Das hat mich fasziniert und mich zu dieser Arbeit inspiriert.»

Museumsleiterin Heidi Hofstetter freut sich über die Ausstellung von Florian Schwarz. «Wir waren früher schon einmal im Gespräch. Damals hat es aber nicht gepasst», sagt sie. Die Bilderauswahl passe nun sehr gut ins Rosenegg.

Vernissage: Sonntag, 15 Uhr

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