Moderner Lift für das alte Schloss

Peter Fretz will sein Schloss Scherbenhof in Weinfelden besser rollstuhlgängig machen und lässt einen Lift anbauen. Gestern wurde die Stahlkonstruktion an ihre Stelle gehievt. Die Amriswilerstrasse war während der Arbeiten gesperrt.

Mario Testa
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Der Liftschacht wurde mit einem Kran an seinen Platz gesetzt. (Bild: Mario Testa)

Der Liftschacht wurde mit einem Kran an seinen Platz gesetzt. (Bild: Mario Testa)

WEINFELDEN. In luftiger Höhe schwebte gestern zur Znünizeit ein Stahlkonstrukt über der Amriswilerstrasse in Weinfelden. Für den grossen Pneukran, der die fast zwei Tonnen schwere Last zum Schloss Scherbenhof hoch hievte, wurde ein Abschnitt der Amriswilerstrasse am Morgen für den Verkehr gesperrt. «Es handelt sich hier um einen vorgefertigten Liftturm. Er ist etwa elf Meter hoch und kommt ausserhalb des Schlosses hin zu stehen», sagt Tierarzt Peter Fretz.

Der Inhaber des Scherbenhofs und seine Freundin Karin Frey verfolgen den Abflug des anthraziten Turms von der Amriswilerstrasse aus. Dann sputen sie sie sich, um die Ankunft des Liftturms beim Schloss mitzuverfolgen, Fretz zu Fuss, Frey im motorisierten Rollstuhl.

Schloss wird rollstuhlgängig

Die Gehbehinderung seiner Freundin ist für Fretz der Hauptgrund für den Bau des Lifts. «Noch wohnt sie nicht bei mir im Schloss, aber dank des Lifts kann sie künftig auch in die oberen Stockwerke gelangen», sagt Fretz. Punktgenau landet der Liftturm auf dem frisch betonierten Fundament, die Stahlbauer verankern ihre Konstruktion mit grossen Schrauben. «So guet, genial!», ruft Karin Frey und betrachtet verzückt die grosse Konstruktion, die sich noch hinter dem Gerüst verbirgt. Mit einem Glas Prosecco stösst sie mit Peter Fretz auf die Ankunft des Liftturms an.

Vom Keller ins Dachgeschoss

Der Lift verbindet nach seiner Fertigstellung fünf Etagen. Im Betonsockel ist der Zugang über den Keller, wobei Bauunternehmer Roman Messmer darauf geachtet hat, die alten Steinmauern weitestgehend zu erhalten. Es ergibt sich ein interessanter Mix aus Bautypen des 13. und 21. Jahrhunderts. Darüber fährt der Lift künftig vier Etagen im Freien, umgeben von einer Stahl-, Alu- und Glaskonstruktion. «Erschlossen werden vorläufig nur der Keller, das Erdgeschoss und das Dachgeschoss», sagt Peter Fretz. «Die Vorbereitungen für die weiteren zwei Etagen sind aber vorhanden.»