Modern – und 5 Rappen mehr

Randnotiz

Jacqueline Rutishauser
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«Schluss mit Ausreden – kauf auf Rechnung» wirbt eine ältere Dame salopp im aktuellen (ziemlich nervigem) Werbespot der SBB. Mein Mann lud mir diese beworbene App herunter und richtet sie ein, sodass ich nun die Möglichkeit habe, bequem mit dem Smartphone ein Billett online zu lösen.

Da ich kürzlich eine längere Zugfahrt vor mir hatte, schien mir dies eine gute Gelegenheit, die Alternative zum Schalter, einmal auszuprobieren. Also ging ich nicht wie üblich früher zum Bahnhof in Amriswil, sondern löste mir ein Sparticket via App. Zwar reiste ich etwas günstiger, doch war ich verpflichtet, genau die angegebenen Abfahrtszeiten einzuhalten. Für die Rückfahrt am nächsten Tag wiederholte ich den Vorgang und stellte verdutzt fest, dass das Sparbillett fünf Rappen teurer war als das reguläre.

Supermodern, aber was ich mich schon lange frage: Warum ist es nicht möglich, die Juniorkarte von meinem Ältesten auf mein Smartphone zu laden? Diese gibt es seit mindestens 30 Jahren in einem vorsintflutlichen zirka DIN A7 grossen Papierbillett in einem Plastikmäppchen.

Und nein – ich habe das Sparticket nicht gekauft.

Jacqueline Rutishauser