Mit Salztee gegen das Heimweh

Zwei mongolische Austauschstudentinnen besuchten in Kreuzlingen ein Jahr lang die Pädagogische Hochschule. Neben der deutschen Sprache lernten sie auch grünen Salat kennen.

Cathrin Michael
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Dieser Platz hat ihnen am besten gefallen: Die zwei Austauschstudentinnen aus der Mongolei am Kreuzlinger Hafen. (Bild: Nana do Carmo)

Dieser Platz hat ihnen am besten gefallen: Die zwei Austauschstudentinnen aus der Mongolei am Kreuzlinger Hafen. (Bild: Nana do Carmo)

kreuzlingen. Die Schweiz kennen die zwei Mongolinnen aus dem eigenen Land: «Einen unserer Kantone nennen wir Mongolische Schweiz», erzählt Badmaa. «Dort ist alles grün und es hat einen See.» Die 21jährige Mongolin studierte in der Hauptstadt Ulaanbaatar an der Pädagogischen Hochschule, bevor sie für ein Austauschjahr nach Kreuzlingen reiste. Auch ihre Kollegin Duuree stammt aus der Mongolei. Die 22-Jährige studierte Deutsch an der Universität in Khovd.

Erstaunt über viel Freizeit

Kennengelernt haben sich die zwei auf der Schweizer Botschaft. Richtig dicke Freundinnen wurden sie erst in Kreuzlingen, wo sie seit letztem Sommer die Pädagogische Hochschule besuchen. «Wir fühlen uns wie Schwestern», sagt Badmaa und strahlt. Sie hätten zwar auch Schweizer Freunde gefunden, «aber die sind immer so wahnsinnig beschäftigt», ergänzt ihre Freundin.

Die beiden lachen oft und herzhaft. Das Leben in der Schweiz gefalle ihnen, obwohl oder auch weil es so anders ist wie zu Hause. «Unglaublich, wie viel freie Zeit ich für mich habe», sagt Badmaa. «In meiner Gastfamilie gibt es für alles eine Maschine. Zu Hause muss ich viel selber machen.»

Sie lernten Schweizerdeutsch

Die beiden sprechen fliessend Deutsch. Sogar Schweizerdeutsch haben sie gelernt. «Weisch wa?», sagt die eine. «Mol, mol», erwidert die andere. Sie lachen laut. «Die erste Woche haben wir Deutsch miteinander gesprochen, danach wieder Mongolisch», sagt Duuree.

Erstaunt waren die beiden zu Beginn über die Essgewohnheiten der Schweizer. «Bei uns zu Hause gibt's so viel Fleisch», erzählt eine. «Und hier essen alle Salat. Das kannte ich vorher gar nicht», ergänzt die andere. Mit dem Käse könne sie sich nicht anfreunden, sagt Duuree, dafür esse sie jetzt täglich Schokolade. Um das Heimweh etwas zu mildern, hätten sie manchmal zusammen mongolischen Tee getrunken: Schwarztee mit Milch und Salz.

«Alleine in einem Zimmer zu schlafen, fand ich anfangs komisch», erzählt Badmaa. In der Mongolei schlafe die ganze Familie im selben Zimmer. Darauf freut sie sich am meisten. Ende Juli kehren die beiden zurück.

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