Mit Pferd und Bogen im Galopp

Im Reitsportzentrum Mattwil haben sich berittene Bogenschützen gemessen. Es war das erste solche Turnier in der Ostschweiz. So soll die Randsportart in der Region bekannter werden. Der Turniersieg ging aber an den Walliser Janosch Ittig.
Daniela Ebinger
Zielsicher schiesst Janosch Ittig einen Pfeil vom Rücken seines Pferdes. (Bild: Reto Martin)

Zielsicher schiesst Janosch Ittig einen Pfeil vom Rücken seines Pferdes. (Bild: Reto Martin)

MATTWIL. In Windeseile galoppiert Janosch Ittig auf seinem Pferd die abgesteckte Strecke entlang. Flink nimmt er den Pfeil zwischen die Finger, spannt den Bogen und lässt die Sehne los. Der Pfeil steckt in der Zielscheibe fest. Das Publikum klatscht und Ittig lässt bereits den nächsten Pfeil in die nächste Zielscheibe schnellen. «Unser Dschingis Kahn vom Wallis», sagt Speaker Matthias Rist. Im Reitsportzentrum haben sich am Samstag 15 Teilnehmer aus der ganzen Schweiz hoch zu Ross mit Pfeil und Bogen in drei Disziplinen gemessen.

«Wir wollen mit diesem ersten Turnier in der Ostschweiz die Randsportart in unserer Region bekannter machen», sagt Remo Gugolz. Zusammen mit seiner Partnerin Maya Probst übt er sich seit sechs Jahren im berittenen Bogenschiessen.

In Harmonie mit dem Pferd

«Diese Sportart geriet lange Zeit fast auf der ganzen Welt in Vergessenheit», sagt Remo Gugolz. Bevor sie zur Sportart wurde, übten die alten Reitervölker das berittene Bogenschiessen im Krieg aus. Der Ungar Lajos Kassai liess in den 80er-Jahren das berittene Bogenschiessen in Europa wieder aufleben. Kassai dachte sich für die Sportart eine Wettkampfform aus. Diese bietet bis heute die Grundlage für Wettkämpfe in Europa, Amerika und Asien und gilt als alte Kampfkunst, die an Wettkämpfen in drei Disziplinen ausgeübt wird. Sie nennen sich ungarischer, koreanischer und orientalischer Wettkampf.

«Es geht bei den meisten Disziplinen darum, verschiedene Ziele in möglichst schneller Zeit zu treffen», sagt Gugolz. Die innere Ruhe, die Harmonie mit dem Pferd und seinem Rhythmus, das Loslassen und Sich- dem-Moment-Hingeben seien für ein gutes Gelingen wichtige Voraussetzungen. Die Reiter schiessen nicht nur seitlich vom galoppierenden Pferd, sondern auch rücklings. Der richtige Zeitpunkt zum Schiessen sei, wenn das Pferd im Galopp in der Schwebephase alle vier Beine vom Boden hat.

Spass steht im Vordergrund

Beatrice Hess nahm mit ihrem Pferd Stormy vor einigen Wochen an einem Kurs über berittenes Bogenschiessen teil. «Das machte mega Spass», sagt die junge Frau aus Altnau. Ganz mutig entschloss sie sich, das Gelernte am Turnier in Mattwil auszuprobieren. «Die Atmosphäre gefällt mir, und es geht mir hauptsächlich ums Mitreiten und den Spass.»

Die jüngste Teilnehmerin ist zwölf Jahre alt. Anna Lea Strucher trainiert auch regelmässig am Boden mit Pfeil und Bogen. «Auf dem Pferderücken ist das Bogenschiessen noch interessanter», sagt das Mädchen aus dem Wallis. Sie wird im Herbst das erstemal an der Schweizer Meisterschaft teilnehmen. Diese organisiert der Verein Gebirgsreiter aus dem Wallis. Von dort kommt auch der Teilnehmer und amtierende Schweizer Meister Roger Ittig. «Der Anlass macht grossen Spass», sagt der Huforthopäde und Vater des Gewinners Janosch Ittig.

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