Mit Oppitz wächst Lidl weiter

Das grösste Gebäude im Kanton Thurgau wird noch grösser. Discounter Lidl baut sein Verteilzentrum in Weinfelden aus. Bei seinem Amtsantritt sorgte der neue Lidl-Schweiz-Chef Matthias Oppitz für Schlagzeilen. Nun hat sich die Lage beruhigt.

Mario Testa
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Auf der Grossbaustelle bei Lidl: Matthias Oppitz, Geschäftsleitungsvorsitzender Lidl Schweiz, und die Bereichs- und Projektleiter Immobilien, Manuel Strauch und Daniel Schürz. (Bild: Mario Testa)

Auf der Grossbaustelle bei Lidl: Matthias Oppitz, Geschäftsleitungsvorsitzender Lidl Schweiz, und die Bereichs- und Projektleiter Immobilien, Manuel Strauch und Daniel Schürz. (Bild: Mario Testa)

WEINFELDEN. Matthias Oppitz ist ein grossgewachsener Mann. Gross ist auch das Unternehmen, das er führt. Oppitz kam vor knapp eineinhalb Jahren als neuer Geschäftsleitungsvorsitzender zu Lidl Schweiz. Seither ist der Discounter weiter gewachsen und beschäftigt heute rund 2200 Personen in der ganzen Schweiz. Knapp 400 am Hauptsitz und im Verteilzentrum in Weinfelden.

Bei Oppitz' Amtsantritt stand Lidl medial in der Kritik, da mehrere Kadermitglieder dem Discounter den Rücken kehrten und sich über schlechte Arbeitsbedingungen beklagten. «Die Lage hat sich unterdessen beruhigt», sagt Matthias Oppitz. Er betont, dass Lidl mit den Gewerkschaften Syna und KV Schweiz anfangs 2011 einen Gesamtarbeitsvertrag für die Mitarbeiter ausgehandelt habe und mit 3850 Franken Einstiegslohn für Ungelernte in der Branche gut dastehe. «Ich bin überzeugt, dass wir gute Arbeitsbedingungen bieten. Unsere Mitarbeiter sind motiviert.»

Bei einem Augenschein im riesigen Verteilzentrum zeigt sich, dass Oppitz wohl recht hat mit dieser Aussage. Die vielen Mitarbeiter, welche auf ihren elektrischen Gabelstaplern zielgerichtet durch die Gänge flitzen, machen einen zufriedenen Eindruck. Der Lidl-Chef grüsst einige Logistikmitarbeiter mit Namen.

Gebäude wächst auf 340 Meter

Das westliche Ende des Verteilzentrums ist zurzeit eine Baustelle. Das 132 Meter breite und 292 Meter lange Gebäude erweitert Lidl für 20 Millionen Franken um die Fläche eines Fussballfeldes. «Die bisherigen Strukturen im Verteilzentrum sind nicht optimal für die immer grösseren Mengen Frischprodukte in unseren mittlerweile 89 Filialen in der Schweiz. Deshalb bauen wir diesen Bereich aus», sagt Matthias Oppitz. Im November soll der Ausbau abgeschlossen sein. «Dann werden wir uns auf ein zweites Verteilzentrum in der Westschweiz, im freiburgischen Sévaz, konzentrieren.»

Bis das zweite Verteilzentrum gebaut ist, läuft die gesamte Logistik von Lidl Schweiz über Weinfelden. Gegen hundert Lastwagen liefern hier täglich Waren an oder holen sie ab zur Verteilung auf die Filialen. «Für den Transport in die Westschweiz setzen wir auf die Bahn. Jeden Abend verlassen einige Container das Verteilzentrum Richtung Frauenfeld, wo sie auf die Bahn verladen werden.»

Seit Juni eine Schweizer AG

Während der gut vier Jahre, in denen Lidl nun schon in der Schweiz aktiv ist, wurde das Geschäft als Betriebsstätte der deutschen Muttergesellschaft geführt. «Seit Anfang Juni sind wir eine Schweizer AG», sagt Matthias Oppitz. Umsatz- und Gewinnzahlen gibt Oppitz jedoch nicht bekannt – nur so viel: «Wir sind sehr zufrieden mit der Geschäftsentwicklung.» Auch die Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden in Weinfelden lobt Oppitz.