Mit offenem Blick auf die Welt

GÜTTINGEN. Edina Olah übernimmt in der Evangelischen Kirchgemeinde Güttingen die Nachfolge von Pfarrer Stephan Matthias. Die Seelsorgerin ist in Ungarn aufgewachsen und freut sich darauf, die Menschen auf ihrem Lebensweg zu begleiten.

Hana Mauder Wick
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Pfarrerin Edina Olah steht in der Güttinger Kirche, wo sie ab August wirken wird. (Bild: Hana Mauder Wick)

Pfarrerin Edina Olah steht in der Güttinger Kirche, wo sie ab August wirken wird. (Bild: Hana Mauder Wick)

Sie ist noch ein klein wenig nervös: Gespräche mit dem Team stehen an. Im Pfarrhaus verlegen Handwerker neue Böden. Viele Augen blicken auf ihre Person, es gilt Fragen zu stellen und zu beantworten. «Ich habe alle Hände voll zu tun», sagt Pfarrerin Edina Olah. Stephan Matthias wird per Ende Juli pensioniert. Anfang August zieht dann die neue evangelische Pfarrerin gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem Agrarwissenschafter Istvan Olah, ins Pfarrhaus ein. Ein reger Austausch mit den Behörden und intensive Gespräche bereiten sie auf ihr neues Amt vor.

In Ungarn aufgewachsen

Aufgewachsen ist die Mutter von fünf erwachsenen Kindern in Ungarn. «Ich bin in einem Pfarrhaus gross geworden», erzählt sie. Bereits mit neun Jahren lernte sie auf der Orgel zu spielen. Der Gedanke an ein Theologiestudium nahm während des Abiturs Gestalt an. Aus ihrem Studium ist ihr vor allem die Zeit in Bielefeld in Erinnerung geblieben. Angegliedert an das Epilepsie-Zentrum Bethel kam sie mit Menschen in intensiv fordernden Lebenssituationen in Kontakt. Seither fühlt sie sich eng mit der Seelsorge verbunden.

Reisen durch Europa

«Ich reise sehr gern», verrät Edina Olah mit einem Schmunzeln und erinnert sich an ihre Jugend mit dem Verein christlicher junger Frauen. An Reisen durch Europa, an gegenseitigen Austausch und einen offenen Blick auf die Welt. «Der Glaube bedeutet mein Leben», hält sie fest. «Aus der Liebe Gottes schöpfe ich immer wieder neue Kraft.» Diese Kraft setzt sie im Dienste der Menschen ein. 15 Jahre lang war sie in ihrer Heimat Ungarn als Pfarrerin tätig. Es folgen fünf Jahre in Österreich.

Frage von Formalitäten

Vom freiwerdenden Pfarreiamt in Güttingen habe sie per Annonce erfahren, erzählt die Pfarrerin. Sie habe sich sofort angesprochen gefühlt und ihre Bewerbung eingereicht. Nach intensiven Gesprächen erhielt sie seitens der Behörden grünes Licht. Als Pfarrerin aus einem Nachbarland wird sie zuerst im Status einer Verweserin ihr Amt ausfüllen. Dieser historische Begriff bezeichnet eine durch die Kirchenbehörde verifizierte Wahl auf Zeit. Dies ist bei Pfarrerinnen und Pfarrern aus dem Ausland üblich. Während rund zweieinhalb Jahren wird deren Werdegang nach Schweizer Norm zertifiziert. Danach folgt die Wahl durch die Kirchgemeinde. «Ich erfülle aber vom ersten Tag an sämtliche Aufgaben», erklärt Edina Olah. Dazu zählt der Religions- und Konfirmanden-Unterricht.

Bereits jetzt sieht sie gespannt den ersten Kontakten mit der Bevölkerung entgegen. «Ich freue mich auf meine neuen Aufgaben», sagt sie.

Gemeinde als Anlaufstelle

In ihrer Freizeit ist Edina Olah oft mit dem Velo unterwegs, schwimmt und liest gern. «Dafür bietet mir diese Region wunderbare Möglichkeiten», lächelt sie. Am wichtigsten sind ihr Begegnungen und die Begleitung der Menschen auf ihrem Lebensweg. «Ich möchte, dass die Gemeinde eine Anlaufstelle ist für Menschen unterschiedlicher Herkunft», sagt sie. «Ein Ort der gelebten christlichen Gemeinschaft und der Begegnung.»

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