Mit neuer Halle Lücken abdecken

Politische und Schulbehörden, Sportvereine im Raum Arbon sowie Mitglieder der IG Sport diskutierten das gemeindenübergreifende Sportanlagenkonzept (Gesak). Eine neue Dreifachturnhalle soll aus der Misere führen.

Hedy Züger
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Geeignetster Standort für eine neue Dreifachturnhalle: Zwischen Berufsschulhaus und «Forsthaus». Träger wäre die Sekundarschulgemeinde.

Geeignetster Standort für eine neue Dreifachturnhalle: Zwischen Berufsschulhaus und «Forsthaus». Träger wäre die Sekundarschulgemeinde.

Nutzer der Sporthallen sind Primar- und Sekundarschule, das Berufsbildungszentrum sowie zahlreiche Sportvereine. 40 von ihnen beteiligten sich an einer Umfrage. Alle kennen die Überlastung der bestehenden Hallen, müssen Abstriche machen. Die Stadt Arbon gab eine Gesamtschau über das Angebot und den Handlungsbedarf in Auftrag. Das Ergebnis wurde an einem Informationsabend vorgestellt und diskutiert. Das Gesamtanlagenkonzept (Gesak) ist gemeindenübergreifend ausgeführt worden, es wurde von Daniel Rietmann von der Planungsfirma ERR in St. Gallen erarbeitet und in Arbon vorgestellt.

Ungedeckter Bedarf

Kernpunkt des Berichts ist die Hallenbelegung. Dem Gesamtkonzept ist das Realisierungsprogramm beigegeben. (Veröffentlichung im Internet der Stadt Arbon). Der Gesak-Bericht ist auch als Richtplan für die Entwicklung der Sportanlagen konzipiert. Rietmann weist darin auf den Sollbedarf im Schulsport hin: Er beträgt für die Primarschule 144 und für die Oberstufe 162 Sporteinheiten zu 90 Minuten. Die Berufsschule meldet 58 Turnlektionen an.

Im weitern wurde über eine Umfrage der Sollbedarf der Vereine erfasst. Er ist sehr umfangreich, nicht alle Platzansprüche können berücksichtigt werden. Die Tabellen des Raumplaners weisen nach, dass die bestehenden Hallen völlig ausgelastet sind, der ungedeckte Bedarf ist so gross, dass eine neue Dreifachhalle den effektiven Bedarf ziemlich genau abdecken würde und kaum Lücken übrig liesse. Ein Allwetterplatz für den FC, ein alter Wunsch, könnte die Hallenbelegung entlasten.

Nutzung optimieren

Neu einzuführen ist eine zentrale Koordinationsstelle. Stadtrat Reto Stäheli sagte zu, dass die Stadt eine solche anstrebe. IG-Sport-Präsident Christoph Tobler überlegte, dass auch benachbarte Hallen unter die Ägide der Arboner Koordinationsstelle gehörten. Sekundarschulpräsident Hanspeter Keller unterstrich, dass den Schulen ein hochstehender Turn- und Sportunterricht geboten werden müsse. In der Projektierungsgruppe arbeiten neu auch Jürg Mötteli, Leiter Abteilung Berufsschulen in der kantonalen Verwaltung, Kantonsbaumeister Markus Friedli und Andreas Kern vom Kantonalen Hochbauamt sowie Alfred Näf, Präsident der Bürgergemeinde, mit.

Baurecht der Bürgergemeinde

Der beste Standort für eine neue Dreifachturnhalle liegt zwischen Forsthaus und Berufsschule. Die Bürgergemeinde als Landbesitzerin unterstützt das Projekt im Grundsatz, vorgeschlagen wird ein Baurechtsvertrag. Als Trägerschaft ist die Sekundarschulgemeinde vorgesehen. Der Entscheid fällt demnächst, ob im Februar ein Wettbewerbskredit beantragt werden soll. Man werde das Projekt nicht überladen, betonte Sekundarschulpräsident Hanspeter Keller. Der vorgesehene Standort sei ideal, die finanzielle Situation und die beteiligten vier Körperschaften (Primar- und Sekundarschule, Stadt und Kanton) ebenfalls.

Bedarf an Schulraum

Konradin Fischer ging auf den Ersatz der Säntisturnhalle ein. Der Stundenplan sei immer wieder eine Knacknuss. Nur mit viel gutem Willen gelinge es jedes Jahr, dass alle Klassen turnen könnten. Der Primarschulgemeinde fehle es im Bergli allerdings fast notfallmässig an Schulraum. Benötigt werden 750 Quadratmeter Räume, um nur den akuten Notstand aus der Welt zu schaffen. Dieser Schulraum soll nach dem Plan der PSG zusammen mit einem Hallenneubau am jetzigen Standort der Säntishalle geschaffen werden. Bereits im Februar möchte die Primarschule den Projektierungskredit einholen.

Prekäre Verhältnisse im Bergli

Nachdem der Vorwurf unterschwellig anklang, ob die Primarschule nicht einfach taktisch vorpresche, und die Frage aufkam, ob das Säntisprojekt nicht zurückgestellt werden sollte, um weitere Engpässe beim Turnen zu reduzieren, schilderte Schulleiter Peter Hinderling die prekären Platzverhältnisse im Berglischulhaus im Detail.