Mit neuen Ideen zum Erfolg

EGNACH. Die Bauernfamilie Gsell im Weiler Balgen in Winden räucht Pouletbrüstli und Fischfilets. Mittlerweile beliefert sie sogar ein Spital und zwei Altersheime.

Maya Mussilier
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Gefragte Spezialitäten: Adelheid und Werner Gsell haben eine Nische entdeckt. (Bild: Maya Mussilier)

Gefragte Spezialitäten: Adelheid und Werner Gsell haben eine Nische entdeckt. (Bild: Maya Mussilier)

Auf dem Hof der Familie Gsell ist es ruhig. Genüsslich liegt der rotweisse Kater in der Sonne und leckt sich die Pfoten. Das schöne Wetter wird von Werner Gsell und seinen Mitarbeitern genutzt, die Kirschenzweige in der Anlage zu binden.

Ein Klappern ist aus der Räucherkammer neben dem Haus zu hören. Hier ist Mitarbeiterin Anita Rusch gerade damit beschäftigt, die Pouletbrüstli für den Räucherofen vorzubereiten. «Zwischen zwei und zweieinhalb Stunden müssen sie in den Ofen, bis sie gar und geräucht sind – je nach Grösse», erklärt sie.

Die Pouletbrüstli sind eines der Produkte, welche die Familie über Hofläden verkauft sowie auf telefonische oder Online-Bestellung in die ganze Schweiz verschickt.

Ein Renner am Fest

Adelheid Gsell tritt aus der Haustür und verabschiedet einen Vertreter. «Wir sind schon mitten in der Planung für das Pouletfest, welches wir nun im 14. Jahr zu Pfingsten durchführen», erklärt sie. Dieses Pouletfest war es, das zu den geräucherten Pouletbrüstli führte. «Wir haben am viertägigen Fest jeweils sechs warme Pouletgerichte angeboten und dachten uns, dass ein zusätzliches, kaltes Pouletgericht noch fehlt. Mein Vater, der ursprünglich einmal Metzger gelernt hat, meinte, wir sollten es einmal mit Räuchern probieren.» Das geräucherte Pouletbrüstli mit Salat entwickelte sich am Pouletfest zum Renner.

Hofläden angefragt

Dass es dieses Produkt heute in verschiedenen Hof- und Dorfläden und auf Wochenmärkten gibt, hat sich durch Zufall ergeben. «Im Spass habe ich zu einer befreundeten Bäuerin gesagt, sie solle doch einmal an ihrem Stand am Markt in Gossau unsere Pouletbrüstli verkaufen. Sie bestellte zehn Kilogramm und war innerhalb eines Vormittags ausverkauft, so dass wir für den nächsten Markttag nachliefern mussten.»

Auf den Fisch gekommen

Dieser Erfolg legte den Grundstein für die Verteilung via Hofläden. «Ich habe einfach mehrere Hofladenbetreiber angefragt, ob sie unser Produkt ins Sortiment aufnehmen möchten», erzählt die engagierte Bäuerin und lacht.

Da ihr Vater zwar Metzger gelernt habe, seit 40 Jahren aber Berufsfischer sei, hätten die Leute immer wieder gefragt, warum sie denn keinen geräuchten Fisch anbieten würden, blickt Adelheid Gsell zurück.

Das eine führte zum nächsten: Auf dem Hofe Gsell wurden neu geräucherte Forellenfilets angeboten, und seit letztem Jahr gehören auch geräucherte Felchenfilets zum Sortiment. Früher noch im Räucherofen des Vaters hergestellt, werden die Pouletbrüstli und Fische seit drei Jahren in der neuen, hofeigenen Räucherkammer von zwei festangestellten Teilzeitmitarbeiterinnen zubereitet.

Fett- und Cholesterinarm

Stolz auf ihre Poulet- und Fischprodukte ist die Familie Gsell zu Recht. Von Ernährungsberatern werden diese empfohlen, weil sie Fett- und Cholesterinarm sind. Dies brachte der Familie im 2007 sogar die Bronzemedaille beim Schweizer Wettbewerb für Regionalprodukte ein.

Noch viele Ideen

Bereits beliefert das Familienunternehmen auch ein Spital und zwei Altersheime. Dass der Vertrieb ihrer Produkte so angezogen hat, freut Adelheid Gsell, die sich um alles Administrative kümmert. «Es ist ein Ziel von mir, den Vertrieb – auch über Internet – weiter anzukurbeln. Ich bin überzeugt, hier gibt es noch Potenzial, und ich habe noch viele Ideen.»

www.gsell-spezialitaeten.ch