Mit Holz und Gülle heizen

Für das Energiepark-Projekt der Sol-E-Suisse in Tägerwilen liegt das Baugesuch auf. Der Investitionsentscheid ist allerdings noch nicht gefallen.

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tägerwilen. Im Dezember 2008 stimmte die Gemeindeversammlung einem Baurechtsvertrag mit der Sol-E-Suisse für die Realisierung einer Holzverstromungsanlage zu. Die Ausgangslage änderte sich, als ein Zwischenbericht im April 2009 von «hohen Kosten und wackliger Rentabilität» sprach. Bereits damals rückte ein Energiepark mit Biogas-Anlage und Holzverstromung in den Mittelpunkt der Planungen.

Entscheid noch nicht gefällt

Nun liegt das Baugesuch auf, auch wenn, wie Projektleiter Marcel Bühlmann betont, der Investitionsentscheid noch nicht gefällt sei. 8 Millionen Franken soll der Energiepark im Gebiet «Unders Tägermoos» kosten, derzeit müsse das Projekt noch optimiert werden, so Marcel Bühlmann. Die Entscheidung liege beim Mutterhaus, den Berner Kraftwerken.

Der Energiepark soll nach Fertigstellung 1,5 Gigawattstunden Strom pro Jahr produzieren, was dem Verbrauch von 430 Haushaltungen entspricht. Die Wärmeproduktion beläuft sich nach Angaben der Sol-E-Suisse auf 8,5 Gigawattstunden pro Jahr, damit könnten 850 000 Liter Heizöl eingespart werden.

Wärme für Gemüse

Die Wärmeenergie soll in den benachbarten Gewächshäusern des Biogemüse-Betriebs Bio Fresh AG genutzt werden. Dieser benötigt für das Heizen der Gewächshäuser das ganze Jahr Wärmeenergie.

Diese wird derzeit mit fossilen Energieträgern erzeugt.

Für die Biogasanlage werden etwa 20 000 Tonnen Material benötigt, zum grössten Teil Hofdünger. Im Holzheizwerk werden jährlich 2600 Tonen Waldhackschnitzel und Altholz verbrannt. Parallel zum Baugesuchsverfahren würden nun alle weiteren Schritte zur Realisierung geprüft, der Entscheid soll möglichst noch im August fallen, sagte Sebastian Vogler, Mediensprecher der Berner Kraftwerke.

Er meint, dass «wir Verspätung haben, die auf die gründliche Prüfung des Projekts zurückzuführen sind». (kp)

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