Mit Hochdruck weg von der Thur

Die Erdgas Ostschweiz AG muss ihre Rohre zwischen Weinfelden und Bürglen neu verlegen. Grund ist die geplante Thurkorrektion. Die jetzige Leitung würde im künftig renaturierten Gebiet verlaufen.

Mario Testa
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Ab dieser Markierung soll die Gasleitung künftig nicht mehr nach rechts zur Thur hin abbiegen, sondern dem Dammweg entlang verlaufen. (Bild: Mario Testa)

Ab dieser Markierung soll die Gasleitung künftig nicht mehr nach rechts zur Thur hin abbiegen, sondern dem Dammweg entlang verlaufen. (Bild: Mario Testa)

Mit ihrer Leitung entlang der Thur versorgt die Erdgas Ostschweiz AG den Raum Weinfelden, Oberthurgau und Bischofszell. Täglich fliesst laut Fabiana Kiefer-Corica, der Kommunikationsverantwortlichen bei Erdgas Ostschweiz AG, Gas mit einer Energie von 2500 Megawattstunden durch die Hochdruckleitung mit dem Durchmesser einer CD.

Von Weinfelden nach Bürglen verläuft die Leitung nur einen Steinwurf vom Flussbett entfernt. Und da die Thur im Zuge der Thurkorrektion künftig deutlich mehr Platz bekommen soll, muss die Leitung dort weichen.

Projekt kostet die Betreiber zwei Millionen Franken

Derzeit liegen die Pläne für das Projekt beim Bauamt Weinfelden öffentlich auf. Knapp zwei Millionen Franken muss die Erdgas Ostschweiz AG in die Verlegung der Gasleitung investieren. «Aufgrund vertraglicher Vereinbarungen trägt die Erdgas Ostschweiz AG die Kosten für dieses Projekt selber», sagt Kiefer-Corica. Ob die Verlegung der Leitung, weiter weg von der Thur (siehe Karte), jedoch nötig wird, hängt vom Entscheid des Grossen Rats über die geplante Thurkorrektion ab. Diese ist noch nicht in trockenen Tüchern, vor allem seitens des Bunds der Steuerzahler und einiger Bauern regt sich grosser Widerstand gegen das Projekt. «Sollte der Entscheid des Kantonsrats zur Thurkorrektion negativ ausfallen, wird eine Leitungsumlegung nicht mehr nötig sein. Wir werden deshalb die politischen Entwicklungen verfolgen und entsprechend vorgehen», sagt Kiefer-Corica.

Sollte die Leitung jedoch verlegt werden, wird sie vom Damm her nicht mehr Richtung Thur abzweigen, sondern weiter dem Weg entlang verlaufen. Die Leitung wird vergraben in einer Tiefe von ein bis zwei Metern. Herausforderungen auf der neuen Linienführung sind vor allem der Schutz mehrerer Amphibienlaichgebiete von nationaler Bedeutung sowie die engen räumlichen Verhältnisse beim Anschluss in Bürglen.

Ein Stück Wald muss gerodet werden

Im Bereich des Waldes der Bürgergemeinde Weinfelden fallen der Leitungsumlegung knapp 4000 Quadratmeter Wald zum Opfer. Ein Streifen muss gerodet werden. Dieses Rodungsgesuch ist ebenfalls Bestandteil des aufgelegten Projekts, das auch Kapitel zur Umweltverträglichkeit, zur Störfallvorsorge sowie zur Abstimmung mit der Raumplanung beinhaltet.