Mit der Motorsäge für den Naturschutz im Einsatz

Am Samstag arbeiteten rund 25 Freiwillige bei den Lengwiler Weihern. Dabei mussten einige Bäume weichen, um Platz für Libellen zu machen.

Severin Schwendener
Drucken
Teilen
Anpacken: Die Helfer bringen einen Haufen geschnittener Äste weg. (Bild: Severin Schwendener)

Anpacken: Die Helfer bringen einen Haufen geschnittener Äste weg. (Bild: Severin Schwendener)

KREUZLINGEN. Manchmal braucht es die Motorsäge, um die Anliegen des Naturschutzes umzusetzen. So geschehen am Samstag bei den Lengwiler Weihern. Unter der Leitung von Pro Natura haben dort rund 25 Freiwillige einen Tag lang geschuftet. Ziel der Aktion war, durch die Entfernung von raschwachsenden Büschen und aufkommendem Jungwald dafür zu sorgen, dass wieder mehr Licht auf den Boden fällt.

Hohe Artenvielfalt

«Bei den Lengwiler Weihern finden wir eine ausserordentliche Artenvielfalt vor», erklärt Florin Rutschmann von Pro Natura. «Hier leben viele Arten, die auf der Roten Liste stehen und vom Aussterben bedroht sind.» Doch viele dieser seltenen Arten stellten ganz spezielle Anforderungen an ihren Lebensraum. «Entscheidend ist für viele Arten, dass genug Licht auf den Boden gelangt», sagt er. «Wenn wir einfach nichts täten, würde der Wald immer weiter vorrücken. Die Freiflächen würden zuwachsen, damit würden die wertvollen Lebensräume zerstört.»

Entsprechend sind die Naturschützer regelmässig damit beschäftigt, den aufkommenden Wald wieder zurückzudrängen und Nischen für einzelne Arten zu schaffen. Sie fällen Bäume, entfernen Büsche, baggern Tümpel aus. Unterstützt werden sie dabei nicht selten von Zivildienstleistenden und Asylsuchenden. Im letzten Jahr haben Zivildienstleistende rund 600 Arbeitstage geleistet. Und auch die Asylsuchenden tragen ordentlich zum Naturschutz an den Lengwiler Weihern bei, Rutschmann geht von 5000 bis 6000 Arbeitsstunden pro Jahr aus. Dazu kommen öffentliche Veranstaltungen wie am Samstag.

Beim Helfen etwas lernen

«Die Mitarbeit der Bevölkerung ist uns wichtig», sagt Rutschmann und freut sich, dass so viele Leute gekommen sind, darunter Familien mit Kindern, die ebenfalls anpacken. «Sie helfen uns nicht nur, sondern sie lernen auch etwas über die Pflege dieses Naturschutzgebiets.»

Erklärungsbedarf besteht nämlich regelmässig. «Nicht alle verstehen es, wenn wir regelmässig holzen», erzählt Rutschmann. Problematisch seien auch freilaufende Hunde. Darum werde Pro Natura im Frühling einen Aktionstag veranstalten, um die Hundebesitzer zu sensibilisieren.

Aktuelle Nachrichten