Mit dem Velo durch die Stadt

AMRISWIL. Das Veloroutennetz in Amriswil nimmt Formen an. Die Arbeitsgruppe hat sieben Routen mit einer Länge von rund 25 Kilometern definiert. Gegen 80 Massnahmen sind vorgesehen, diese Strecken sicherer zu machen.

Maya Mussilier
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Veloparkplätze, wie hier in Frauenfeld, werden bis im Juli an der Amriswiler Bahnhofstrasse installiert. (Bild: Nana do Carmo)

Veloparkplätze, wie hier in Frauenfeld, werden bis im Juli an der Amriswiler Bahnhofstrasse installiert. (Bild: Nana do Carmo)

Auf den ersten Blick wirkt die Karte im neuen Leitbild «Veloroutennetz Amriswil» wie ein Stadtplan mit farbig eingezeichneten Buslinien. Sieben Linien sind es insgesamt, die die Aussenorte mit dem Stadtzentrum verbinden. Auf den eingezeichneten Strecken will die Arbeitsgruppe mit rund 80 Begleitmassnahmen eine höhere Sicherheit für die Velofahrer erreichen. «Die geplanten Begleitmassnahmen reichen von der einfachen Markierung bis hin zu einer Verbreiterung der Fussgängerbrücke zwischen der Wuhrstrasse und der unteren Bachstrasse», sagt Eddie Kessler von Pro Velo Thurgau.

Sicherheit hat oberste Priorität

«Die Sicherheit stand bei der Ausarbeitung des Routennetzes wie auch bei den Begleitmassnahmen im Vordergrund», sagt Daniela Di Nicola, im Stadtrat zuständig für das Ressort Verkehr. Sie hat auch in der sechsköpfigen Arbeitsgruppe mitgearbeitet. Nachdem jetzt das Leitbild fertig ausgearbeitet und sich der Stadtrat für eine Weiterentwicklung des Projektes ausgesprochen habe, könne im Laufe dieses Jahres mit den ersten Umsetzungen begonnen werden.

Daniela Di Nicola hält fest, dass die Massnahmen nicht alle gleichzeitig realisiert werden können. «Es ist ein rollendes Projekt, das laufend umgesetzt werden soll», betont die Stadträtin. Im Moment stünden sie ganz am Anfang. In den nächsten Monaten werde die Arbeitsgruppe ein Konzept für die Kennzeichnung der Velorouten erstellen. «Und bis zur Einweihung am 5. Juli sollen an der Bahnhofstrasse mehrere Veloparkplätze deutlich machen, dass wir das Velofahren fördern wollen.»

Es gibt keine Patentlösung

Für Eddie Kessler ist Amriswil nicht das erste Projekt, an dem er mitarbeitet. «Wir waren schon in Frauenfeld, Weinfelden und Kreuzlingen mit dabei und knüpfen derzeit auch in Arbon erste Kontakte», sagt er. Jede Stadt habe ihre ganz eigenen Bedürfnisse und Grundlagen. «Man muss jede Stadt dort abholen, wo sie steht. Es gibt keine Patentlösung, die man einfach so für alle benutzen könnte.» Genau das findet Eddie Kessler sehr spannend. In Amriswil hatte die Arbeitsgruppe nach dem Einreichen einer Petition im 2011 eine erste Auslegeordnung gemacht. Mittels Umfrage wurden die meisten genutzten Velorouten ermittelt. Was Eddie Kessler freut: «In anderen Städten liegt die Anzahl von jugendlichen Velofahrern bei circa 10 Prozent. Hier in Amriswil haben wir doch über 80 Prozent.»

Der Verkehr ist trotzdem da

Besonders stark mit Velos befahren werden dadurch die Zufahrtsstrassen zu den Sekundarschulhäusern. Aufgefallen sei ihnen, dass dabei oft die Hauptverkehrsachsen benutzt werden, weil viele die Wege durch die Quartiere nicht kennen würden, sagt Eddie Kessler. Mit den gekennzeichneten Routen sollen Velofahrer von den stark befahrenen Strassen weggebracht werden.

Intensive Diskussionen hätten sie wegen der Weinfelderstrasse gehabt, sagt Eddie Kessler. Obwohl es nun mit der Sanierung der Kantonsstrasse etwas breitere Radstreifen gebe, gehöre diese Strasse nicht zu den empfohlenen Routen. «Man kann ja den Verkehr nicht einfach wegzaubern und deshalb bleibt die Strecke trotz verbreiterter Radstreifen für Velofahrer gefährlich», sagt Eddie Kessler. Man habe bei der Ausarbeitung nach möglichst konfliktfreien Routen gesucht.

Es gibt noch Knackpunkte

Noch gibt es für die Arbeitsgruppe viel Arbeit. «Es gibt noch einige Knacknüsse, die wir lösen müssen», sagt Daniela Di Nicola. Eine davon sei beispielsweise die Kantonsstrasse Richtung Hagenwil, die im Bereich des Freizeitcenters von den Schülern überquert werden müssen. «Eine sehr gefährliche Stelle, an der auch schon Unfälle passiert sind», sagt sie. Gerade zu den Hauptverkehrszeiten sei es nahezu unmöglich, die Strasse mit dem Velo zu queren.

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