Mit dem Rollstuhl ins Museum

In einer speziellen Führung konnten Bewohnerinnen und Bewohner des APZ sich die Geschichte Amriswils erzählen lassen. Das Echo war gross.

Rita Kohn
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Geschichte näherbringen: Das Interesse am Rollstuhltag im Museum war gross. (Bild: Rita Kohn)

Geschichte näherbringen: Das Interesse am Rollstuhltag im Museum war gross. (Bild: Rita Kohn)

Bedeutend mehr Interesse als erwartet brachten die Bewohnerinnen und Bewohner des Alters- und Pflegezentrums Amriswil einem speziellen Angebot des Ortsmuseums entgegen. Nach einer Idee von Eugen Fahrni, dem «Kopf» des Museumsteams, hatte dieses zu einem Rollstuhl-Museumsbesuch eingeladen. «Wir haben damit gerechnet, eine oder vielleicht zwei Gruppen empfangen zu können», sagt Andreas Müller vom Museumsteam.

Letztlich waren es dann aber so viele Anmeldungen, dass nach einem weiteren Datum gesucht und eine dritte Gruppe gebildet werden musste.

Fasziniert lauschten die betagten Gäste den Ausführungen von Eugen Fahrni. Bei der anschliessenden Führung, bei denen die Mitglieder des Museumsteams die Gäste in den Rollstühlen und mit Gehilfen individuell betreuten, gab es manches «Ah» und «Oh», weckten doch die verschiedenen Exponate bei vielen Erinnerungen an die eigene Jugend.

Dass es überhaupt möglich war, den Museumstag für Rollstuhlfahrer durchzuführen, ist nicht zuletzt auf den Einsatz von Hansruedi Möhl zurückzuführen, der in seiner Freizeit das Rollstuhltaxi fährt und auch Mitglied des Ortsmuseums ist. Er konnte den Transport der gehbehinderten Besucher organisieren. Die evangelische Kirche stellte dem Museum für diesen speziellen Tag die Rampe für Leute mit Rollator zur Verfügung, die Rollstuhlfahrer konnten über die Verladerampe bequem vom Transporter ins Museum gebracht werden.

Für den Rollstuhl-Museumstag waren die Exponate teilweise umgestellt worden, so dass ein freies Zirkulieren im Raum möglich wurde.

Laut Andreas Müller wird sich das Museumsteam nach den gelungenen Führungen überlegen, ob das Angebot in zeitlichem Abstand wiederholt werden soll. «Menschen im Rollstuhl sind aber auch zu den regulären Öffnungszeiten herzlich willkommen.»