Mit Chansons ins neue Jahr

ROMANSHORN. Das erstmals durchgeführte Neujahrskonzert im Romanshorner Museum am Hafen mit Chansons hat alle Erwartungen übertroffen.

Ruedi Meier
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Die grosse Zuhörerschar im Romanshorner Museum war hingerissen von der Musik aus Paris und schätzte ganz offensichtlich die Möglichkeit, im grösseren Rahmen zusammenzukommen und am Neujahrstag selbst aufs neue Jahr anzustossen.

Reicher Liederfundus

Vor 70 Jahren kapitulierte der deutsche General Dietrich von Choltitz und verweigerte damit einen Befehl Hitlers, Paris entweder bis auf den letzten Mann zu verteidigen oder «nur als Trümmerfeld» in die Hand des Feindes fallen zu lassen. Damit rettete er Paris vor der geplanten totalen Zerstörung.

Aus diesem Anlass und aus purer Freude an Frankreichs reichem Liederfundus widmeten die drei Berufsmusiker Regula Raas (Violine), Martina Oertli (Gesang, Fagott, Saxophon) und Paolo D'Angelo (Akkordeon) ihr Programm dem französischen Chanson.

Ganz Paris träumt von der Liebe

Nachdem die auch wirklich letzte Sitzgelegenheit belegt und der Eventraum berstend voll war, eröffneten die Musiker – zu Beginn noch etwas verhalten – ihr fast zweistündiges Konzert mit dem Titelchanson «Ganz Paris träumt von der Liebe», komponiert von Cole Porter. Spätestens mit dem Chanson von Edith Piaf «Non, je ne regrette rien», sehr ausdrucksvoll interpretiert von der Altistin Martina Oertli, war die Verbindung zwischen Künstlern und Publikum perfekt.

Das Publikum geht mit

Regula Raas führte gekonnt und zunehmend witzig durchs Programm und Paolo D'Angelo legte mit seinem virtuosen Akkordeonspiel die Basis für das typische Pariser Genre. Das Publikum war dankbar und hingerissen, einige summten die bekannten Melodien leise mit, andere wiegten sanft den Kopf im Rhythmus der Musik und man freute sich auf den Fortgang des Konzerts. Natürlich durften – frech und witzig instrumental vorgetragen – «Aux Champs-Elysées» von Joe Dassin und zwei Chansons von Mireille Matthieu «An einem Sonntag in Avignon» und «Hinter den Kulissen von Paris» nicht fehlen. Gegen Ende des Programms erklang dann auch Ruhigeres, leicht Melancholisches – auch das typisch französisch – wie beispielsweise «La Mer» von Charles Trenet oder «Les Feuilles Mortes» von Jacques Prévert.

Ausklang am Buffet

Mit «Pigalle», unter anderem 1961 von Bill Ramsey gesungen, und der Wiederholung von «Ganz Paris träumt von der Liebe» beendigten die Künstler ihr abwechslungsreiches Programm und entliessen ein bestens gestimmtes Publikum ans Buffet, an die Bar, nach Hause – und ins neue Jahr.