Mit 80 Sachen in sichere Kurven

55 Elite-Fahrer gaben sich am Sonntag in Arbon beim Indoor-Mini-Grand-Prix ein erstes Stelldichein im Hinblick auf die bevorstehende Saison. Viele Cracks nutzen den Start zu einer Standortbestimmung.

Ruedi Käser
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Mini-Formel-1-Rennen nennen es einige, Konzentrations- und Spass-Sache andere. Der 20. Indoor Grand Prix im Seeparksaal faszinierte aber jüngere und ältere Besucher und Besucherinnen gleichermassen. Ah und Oh waren immer wieder zu hören, wenn die Rennboliden mit 80 Sachen sicher durch die Kurven rasten oder über Hindernisse hüpften.

Angefressen

Seit 15 Jahren leitet Migg Grob den Indoor GP von Arbon. Er selbst wuchs in Arbon auf, kam durch seine früheren Tätigkeiten in den Saurer-Lastwagenwerken zum Motorsport und ist heute noch davon fasziniert wie eh und je. «Ich bin immer noch vom Rennsport mit den kleinen Boliden angefressen. Zur Faszination gehört aber auch viel Herzblut.»

Er denkt dabei auch an die aufwendige Organisation, an die grossen Kosten, aber den geringen Ertrag. «Uns ist der Anlass aber den ganzen Aufwand wert. Denn wir können zu Beginn einer Saison den Elektro-Motorsportlern eine ideale Startgelegenheit bieten.» Das soll auch in Zukunft so sein, allerdings nur mit finanzieller Unterstützung. «Ohne die treuen Sponsoren könnten wir mit dem Anlass zusammenpacken. Denn trotz vieler Zuschauer, die auch dieses Mal kamen, müssen wir immer mit einem Defizit rechnen.»

Neustarter in Zukunft?

Grob denkt aber, kaum ist der Jubiläums GP vorbei, bereits an die Zukunft. Das wichtigste Ziel für ihn sei, nicht nur den GP zu erhalten, sondern auch, dass Sportler-Nachwuchs komme. Darum plane er für das nächste Jahr etwas Neues. «Unser Ziel ist, zu den bereits fünf Kategorien neu eine Nachwuchs-Kategorie zu starten.» Denn oft bestehe für weniger Geübte die Schwellenangst, gegen die grossen Cracks und Profis unterzugehen.

Tatsächlich ist das Können der Profis aussergewöhnlich und basiert auf jahrelangen Erfahrungen. Darum müsse den unerfahrenen Neulingen mit Tips und Tricks geholfen werden. Und die Faszination der Mini-GP-Fahrzeuge bestehe nicht nur aus Rennen. «Da wird laufend getüftelt und verbessert, gerade zu Beginn einer neuen Rennsaison.»

Der Arboner Mini-Grand-Prix muss nicht nur für die Teilnehmer, sondern auch für die Zuschauer etwas Faszinierendes, Magisches sein. Schon bei den Trainingsläufen am Sonntagmorgen war das Rund und die Rennstrecke von vielen Zuschauern umsäumt.

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