Mit 340 Pferdestärken zur Unfallstelle

WEINFELDEN. Die Feuerwehr Weinfelden hat gestern ein neues Atemschutzfahrzeug in Empfang genommen. Weil die Weinfelder für die Chemiewehr im Thurgau zuständig sind, kommt das Auto im ganzen Kanton zum Einsatz.

Esther Simon
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Die Begeisterung ist gross: Peter Jäggi von der Herstellerfirma zeigt Inspektor Christian Stähli, dem Weinfelder Feuerwehrkommandanten Stefan Jünger und Feuerwehrkadermann Tobias Greminger einen Teil des Innenlebens. (Bild: Esther Simon)

Die Begeisterung ist gross: Peter Jäggi von der Herstellerfirma zeigt Inspektor Christian Stähli, dem Weinfelder Feuerwehrkommandanten Stefan Jünger und Feuerwehrkadermann Tobias Greminger einen Teil des Innenlebens. (Bild: Esther Simon)

WEINFELDEN. Peter Jäggi von der Herstellerfirma Feumotech AG steuerte das imposante rot-weisse Auto, auf dem vier Thurgauer Leuen prangen, elegant auf den Vorplatz beim Feuerwehrdepot West. Dass das Fahrzeug eine Solothurner Garagennummer trug, war kein Versehen und schmälerte die Vorfreude der Feuerwehrmänner auf «ihr» Auto nicht: Der Wagen kam brandneu aus dem Werk in Recherswil.

«Ein solches Fahrzeug kann man nicht ab Stange kaufen», sagte Peter Jäggi, Geschäftsführer der Feumotech AG. Seit 2010 hat sich innerhalb der Weinfelder Feuerwehr denn auch eine Projektgruppe mit der Anschaffung eines Atemschutzfahrzeuges befasst, wie Feuerwehrmann Tobias Greminger gestern erklärte.

15 Tonnen auf der Strasse

Wegen der ständig steigenden Anforderungen an eine aktuelle Ausrüstung sei das Vorgängerfahrzeug aus dem Jahr 1992 eindeutig zu klein geworden, sagte Greminger.

Das neue Auto sei ein Logistikfahrzeug, informierte Jäggi. Es besteht aus variablen und eingebauten Teilen. Es bringt 15 Tonnen auf die Strasse und kann mit 340 Pferdestärken an den Ort brausen, an dem es gebraucht wird. Auch wenn der Wagen steht, werden Geräte wie zum Beispiel die Wärmebildkamera aufgeladen, damit sie sofort einsatzbereit sind.

Umkleiden während der Fahrt

Das Notstromaggregat arbeitet mit 13 Kilowattstunden. Eine Hebebühne mit Beleuchtung und Rollstop für die Wägelchen, auf denen verschiedene Materialien wie zum Beispiel eine Dusche gelagert sind, gehören ebenfalls zur Ausstattung. Imponiert hat den Feuerwehrmännern insbesondere auch die Tatsache, dass sich die Mannschaft noch während der Fahrt zum Einsatzort mit Vollschutzanzügen ausrüsten kann.

Gemeinderat Hans Eschenmoser dankte sowohl der Arbeitsgruppe als auch dem Kanton. Dieser bezahlt 90 Prozent der Fahrzeug-Anschaffungskosten von 390 000 Franken. Immerhin besorgt die Weinfelder Feuerwehr im Auftrag des Kantons die Chemiewehr auf dem ganzen Thurgauer Gebiet seit 1982.

«Schlagfertige Chemiewehr»

Dass der Kanton nicht die ganzen Anschaffungskosten des Fahrzeuges bezahlt, hänge damit zusammen, dass sowohl der Stützpunkt als auch die Weinfelder Ortsfeuerwehr Material aus dem neuen Fahrzeug für ihre Bedürfnisse verwenden dürften, sagte der Weinfelder Kommandant Stefan Jünger.

Das neue Fahrzeug diene denn auch der Bevölkerung im ganzen Kanton, sagte Feuerwehrinspektor Christian Stähli. Es sei beruhigend zu wissen, dass sich der Standort an zentraler Lage befinde. Stähli: «Der Kanton ist in der glücklichen Lage, eine schlagfertige Chemiewehr zu haben.»