Millionen für sauberes Wasser

STEINACH. Der Abwasserverband Morgental (AVM) nutzt eigene Rohstoffe und investiert in weitere Projekte: Eine Million Franken für Notstrom aus Klärgas, vier Millionen für die eigene Entwässerung von Klärschlamm.

Fritz Bichsel
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Abwasserreinigung benötigt Energie. Sie muss auch funktionieren bei Störungen im Stromnetz, damit kein ungereinigtes Abwasser in die Umwelt gelangt. In der ARA Morgental kam das Notaggregat ans Ende der Lebensdauer. Für Ersatz prüfte Geschäftsführer Roland Boller Varianten von Diesel bis Eigenproduktion. Als wirtschaftlichste Lösung erwies sich ein Blockheizkraftwerk für Strom aus Gas, das im Abwasser ent-steht. Diese Anlage mit Baukosten von einer Million kann dauernd produzieren aus sonst verlorengehendem Gas. Das Resultat lässt sich als Naturstrom verkaufen. Die Anlage hat in einem bestehenden Gebäude Platz.

Transporte reduzieren

Der in der ARA Morgental aus dem Abwasser entfernte Schlamm wird bisher in der ARA Altenrhein entwässert und getrocknet. Der Vertrag läuft aus. Der Verband entschied, selber zu entwässern, womit etliche Lastwagenfahrten wegfallen. Dafür muss ein Neubau errichtet werden. Er kostet zusammen mit weiteren dort geplanten Neuerungen 4,3 Mio. Franken. Für das in Altenrhein verbleibende Trocknen schloss der AVM einen neuen Vertrag mit nur noch kurzer Laufzeit. Denn auf diesem Gebiet stehen Veränderungen an mit der Rückgewinnung von Phosphor oder auch Stickstoff.

Mehr Energie verkauft

«Die Strategie mit dem neuen Energiepark trägt Früchte», sagt Roland Boller. «Die ARA erzielt beste Resultate – und das zeigt sich auch bei den Finanzen», bilanziert der Arboner Stadtammann Andreas Balg als Präsident des Verbandes, dem die Gemeinden Horn, Arbon, Roggwil und Egnach auf Thurgauer Seite sowie Steinach, Tübach, Berg und Mörschwil auf St. Galler Seite angeschlossen sind, an der Delegiertenversammlung.

Von 5,3 Mio. Franken aus Gebühren, die der Verband jährlich einsetzt für den Betrieb und die Investitionsreserve, konnten 1,7 Mio. Franken zurückgelegt werden – fast 30 Prozent mehr als budgetiert, weil deutlich mehr Energie verkauft werden konnte.

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