Migros bleibt im Rosengarten

ARBON. Gerüchte, wonach es die Migros vom «Rosengarten» ins Saurer WerkZwei zieht, dementiert der Grossverteiler. Als dieser zuerst im Industrieareal sondiert hatte, ging dort noch nichts.

Max Eichenberger
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Seit dreieinhalb Jahren ist der Migros-Markt im Rosengarten. Hier wird er auch bleiben, bekräftigt die Genossenschaft Migros Ostschweiz. (Bild: Max Eichenberger)

Seit dreieinhalb Jahren ist der Migros-Markt im Rosengarten. Hier wird er auch bleiben, bekräftigt die Genossenschaft Migros Ostschweiz. (Bild: Max Eichenberger)

Seit November 2011 ist der Arboner Migros-Markt in der damals neu eröffneten Rosengarten-Überbauung. Dort belegt der Grossverteiler im Sockelgeschoss eine Verkaufsfläche von 2700 Quadratmetern. Zuvor betrieb die Migros während 47 Jahren im «Metropol» ihre MM.

Zu früh für Saurer WerkZwei

Jahre vor dem Umzug in den «Rosengarten» hatte die Genossenschaft Migros bereits im Saurer WerkZwei evaluiert. Damals gehörte das Areal noch Saurer. Es gab eine Studie für einen Markt gegenüber dem Bahnhof. Diese stammt von HRS, die allerdings erst einiges später das gesamte Areal en bloc übernahm: von OC Oerlikon Saurer. Weil es der Migros im «Metropol» zu eng wurde, bekundete sie früh die Absicht eines Standortwechsels. Im ehemaligen Saurer-Areal bewegte sich zu jenem Zeitpunkt allerdings noch nicht viel.

Harziger Start

Perspektiven eröffneten sich erst nach dem Zuschlag an HRS. Zu spät für die Genossenschaft Migros, die sich unter Druck wähnte. So spurte Migros zwischenzeitlich um und interessierte sich für die Belegung des Sockelgeschosses in der Überbauung Rosengarten, die in Planung war. Der Miet-Deal wurde dann perfekt.

Der Start am neuen Ort verlief harzig. Die Umsatzerwartungen erfüllten sich zunächst nicht. Nach einem Jahr besetzte Migros die Stelle des Betriebsleiters neu. Intern wurde Kritik laut, das Center präsentiere sich nach aussen zu wenig. Das wiederum hat mit der Architektur der Überbauung zu tun. Da tritt die Migros dezent in Erscheinung. Der renommierte Architekt Max Dudler war bedacht darauf, der Bauherrin Implenia AG nicht einfach einen Einkaufstempel hinzustellen.

Migros: «Soweit zufrieden»

«Wir sind mit der Entwicklung soweit zufrieden», dementiert Andreas Bühler, Kommunikationsverantwortlicher der Migros-Genossenschaft in Gossau, sich hartnäckig haltende Gerüchte, wonach der Grossverteiler den Standort Rosengarten verlasse und sich im Saurer WerkZwei etablieren wolle. Es brauche immer eine gewisse Zeit, bis sich die Kunden umgewöhnt hätten. «Und mit dem Abschluss der ganzen Verkehrssituation hat sich die Sache inzwischen beruhigt», sagt Bühler. «Wir sind am Arboner Standort Rosengarten auf gutem Kurs», verweist Bühler auf eine Vergleichsstudie in der Region Oberthurgau-Rorschach.

Langfristiger Mietvertrag

«Wenn Gebiete wie das Sulzer-Areal in Winterthur oder aktuell das Saurer WerkZwei entwickelt werden, gibt es natürlich immer solche Gerüchte», weiss Cengizhan Ari, bei der Privera AG für das Center-Management zuständig. Die Privera betreut für die Rosengarten-Eigentümerin Manuela AG die Immobilienverwaltung. «Wir haben regelmässig Kontakt mit den Mietern. Und wir haben keine Anzeichen, dass Migros raus will», sagt Ari. Seit 2011 laufe ein langfristiger Mietvertrag (10 Jahre), mit Option auf Verlängerung. Langfristig sind Verträge deshalb ausgelegt, weil Migros ihre Investitionen auch vernünftig abschreiben müsse. Für einen Grossverteiler, dessen Kunden vorwiegend im nahen Einzugsgebiet wohnen und ihre Migros kennen, seien grosse Schaufensterfronten nicht umsatzentscheidend. Und die anfänglichen Probleme wegen knapper Veloabstellplätze sind behoben.

HRS: Keine Gespräche

Migros hat laut HRS-Entwickler Michael Breitenmoser die Fühler nicht ins Saurer WerkZwei ausgestreckt: «Es hat mit uns weder Gespräche noch gar Verhandlungen gegeben», sagt er.

Im «Rosengarten» ist der Leerwohnungsbestand allerdings nicht gering: Von den 74 Wohnungen stehen derzeit 22 leer.