Messe mit «Dorffest-Charakter»

WEINFELDEN. Die Stunden vor der Wega-Eröffnung sind intensiv. Messeleitung und die über 500 Aussteller arbeiten mit Hochdruck an den letzten Vorbereitungen. Bis zum Montag herrscht im Zentrum von Weinfelden der Ausnahmezustand.

Urs Bänziger
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Zahlreiche Aussteller waren gestern abend noch mit dem Einrichten ihrer Stände beschäftigt. (Bild: Reto Martin)

Zahlreiche Aussteller waren gestern abend noch mit dem Einrichten ihrer Stände beschäftigt. (Bild: Reto Martin)

Es gibt Weinfelder, die während der Wega das Weite suchen. Aber für die meisten Einwohner sind die fünf Messetage die «fünfte Jahreszeit». Im Dorf herrscht ab heute der Ausnahmezustand. Die Leute schauen, plaudern und feiern.

Mit den Weinfelderinnen und Weinfeldern machen das viele andere. Messeleiter Gregor Wegmüller rechnet mit rund 100 000 Besucherinnen und Besuchern. Die meisten kommen aus dem Thurgau, aber auch aus anderen Teilen der Ostschweiz. «Die Wega ist der grösste Publikumsanlass im Kanton», betont Wegmüller.

Nirgends so viele Begegnungen

Das Besondere an der Wega sei der «Dorffest-Charakter», sagt Martina Hänzi. Sie ist Marketingleiterin der Gastregion Engadin-Scuol-Samnaun. Als gebürtige Thurgauerin ist ihr die Messe ein Begriff. «An keinem anderen Anlass im Thurgau begegnet man so vielen Freunden und Bekannten wie an der Wega.» Viele Begegnungen und gute Gespräche erhofft sich Martina Hänzi an ihrem Stand auf dem Marktplatz. «Das Unterengadin hat viele Stammgäste aus dem Thurgau. Jetzt können wir diese Treue mit einem Gegenbesuch erwidern.»

Neben Martina Hänzi und ihrem Team sind auch viele andere der über 500 Aussteller mit dem Einrichten ihrer Stände beschäftigt. In wenigen Stunden wird die 61. Wega eröffnet. Der Adrenalinspiegel von Gregor Wegmüller und seinen beiden Assistenten Mario Kradolfer und Ennio Tauro ist hoch. «Gregor, wir haben an unserem Stand noch keinen Strom. Gregor, ich brauche unbedingt noch eine Zufahrtskarte» – der Messeleiter kann keinen Schritt in eine der Ausstellungszelte und -hallen machen, ohne dass er nicht auf etwas angesprochen wird. «Es sind Details und kleinere Probleme, welche es jetzt noch zu lösen gilt. Ansonsten läuft alles nach Plan», sagt Wegmüller. Die meisten Aussteller kennt er persönlich. Es sind vor allem diejenigen, die seit Jahren an der Wega ausstellen.

40 Firmen für Aufbau im Einsatz

Mit dem Messebüro ist auch die Wega-Kommission stark gefordert, die sich aus 15 Mitgliedern zusammensetzt. Wichtige Ansprechperson ist wenige Stunden vor der Eröffnung Martin Beck, der für den Aufbau und die Messe-Infrastruktur verantwortlich ist. Seit Montag eilt er von einem Messestandort zum anderen. Für den Aufbau der Wega sind rund 40 Firmen im Einsatz; die meisten aus Weinfelden und Umgebung. Martin Beck weiss nicht genau, wie viele Leute am Aufbau beschäftigt sind. Er schätzt gegen 200; Zelt- und Standbauer, Elektriker, Schreiner und Zimmerleute. «Je genauer sie wissen, was sie zu tun haben, umso besser läuft die Vorbereitung», sagt Martin Beck.

Vieles ist Routine, doch gibt es an der Wega jedes Jahr Veränderungen. So musste das Zelt für den Degustations-Treffpunkt auf den Marktplatz verlegt werden, weil am bisherigen Standort neben der «Hirschen»-Scheune Bauvisiere stehen. «Im Zentrum hat es immer weniger Platz für die Wega», sagt Wegmüller.

Wega gehört ins Dorf

Trotzdem kann er sich nicht vorstellen, die Messe ausserhalb durchzuführen. «Die Wega gehört einfach ins Dorf, das macht sie so einzigartig.»

Ab heute, 11 Uhr, werden Tausende diese so einzigartige Atmosphäre der Wega erleben und geniessen. Der Adrenalinspiegel des Messeleiters und seiner beiden Assistenten wird sich wieder senken. Wegmüller: «Zur Ruhe kommen wir aber erst, wenn die Wega am Montagabend vorbei ist.»