Mesmeramt für junges Ehepaar

WEINFELDEN. Roger und Judith Keller sorgen neu für Ordnung und einen geregelten Ablauf in der evangelischen Kirche Weinfelden. Sie folgen als Mesmer auf Christian Stern. Das Verfahren um dessen Kündigung ist nach wie vor nicht abgeschlossen.

Mario Testa
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Das neue Mesmer-Ehepaar Judith und Roger Keller. (Bild: pd)

Das neue Mesmer-Ehepaar Judith und Roger Keller. (Bild: pd)

Das Interesse am Job war gross. «Es gab viele Bewerbungen für das Mesmeramt in unserer Kirchgemeinde», sagt Helmut Wiegisser, Präsident von Evangelisch-Weinfelden. Die vielen eingereichten Dossiers, die nach der Publizierung des Stelleninserats eingegangen seien, habe als erstes die Findungskommission der Kirchgemeinde gesichtet und dann ihre Vorauswahl der Kirchbehörde vorgelegt. «Die Behörde hat dann die neuen Mesmer ausgewählt.»

Erfahrung in der Kirchgemeinde

Der Entscheid der Kirchbehörde fiel auf das Ehepaar Roger und Judith Keller. Die Kindergärtnerin kennt die Evangelische Kirchgemeinde Weinfelden bereits gut, sie arbeitet dort als Jugendarbeiterin. Ihr Mann Roger ist gelernter Sanitärinstallateur und Arbeitsagoge und hat schon Erfahrungen als Hauswart gesammelt. «Judith Keller wird die Jugendarbeit noch bis Ende Jahr weiterführen. Dann schauen wir weiter», sagt Wiegisser. Insgesamt stehen dem Ehepaar für ihr gemeinsames Mesmeramt 120 Stellenprozente zur Verfügung. «Ich glaube, ein Ehepaar ist effizienter bei der Organisation. Man spricht sich aus über die anstehenden Aufgaben und kann sie gut aufteilen.»

Seit einem Monat arbeiten Kellers nun schon als Mesmer für die Evangelische Kirchgemeinde. Sie werden noch unterstützt von Helfern. «Es braucht einen Moment, bis sie sich eingearbeitet haben. Es ist eine grosse und vielfältige Aufgabe. Sie müssen sich um die Organisation, die Reinigung und die Betreuung kümmern», sagt Wiegisser. Mesmer müssten wie Gastgeber sein für die Besucher der Kirche. «Ein grosser Teil sind die Arbeiten als Hauswart, jedoch in einem kirchlichen Umfeld. Das macht es spezieller als sonst.»

Noch leben Kellers mit ihrem kleinen Kind in Andwil. Es sind laut Wiegisser jedoch Bestrebungen da, dass die junge Familie in die Mesmerwohnung im Kirchgemeindehaus einzieht. «Allein von den Präsenzzeiten her ist das Amt mit Pendeln nicht so gut zu bewältigen. Es wäre sicher von Vorteil für beide Seiten.»

Offener Ausgang der Kündigung

Trotz der Einstellung des neuen Mesmer-Ehepaars ist die Kündigung von Vorgänger Christian Stern noch nicht rechtens. «Das Verfahren läuft noch», sagt Wiegisser. Nach den Wirren im vergangenen Winter mit einer Kündigung zur Weihnachtszeit und gegenseitigen Anschuldigen hat Christian Stern mit seinem Anwalt Rekurs eingelegt gegen die ihrer Meinung nach ungerechtfertigte Entlassung seitens der Behörde. «Mit diesem Fall beschäftigt sich nun die Rekurskommission der Landeskirche», sagt Wiegisser. «Wir hoffen auf einen Entscheid Ende Monat.»