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Mein Frauchen gehorcht mir ganz gut

Überall aus allen Ecken bellen Artgenossen. Ein Hund rennt einem flachen Ding nach, fängt es in der Luft und bringt es seinem Herrchen. Ich winsle ihm mal zu. Am liebsten würde ich mit diesem Border Collie mitspielen. Nix da, ich soll ruhig sein.
Daniela Ebinger
Frauchen Jana steht im Wasser und versucht, die Hündin Naila ins Wasser zu locken. Vergeblich. (Bild: Daniela Ebinger)

Frauchen Jana steht im Wasser und versucht, die Hündin Naila ins Wasser zu locken. Vergeblich. (Bild: Daniela Ebinger)

Überall aus allen Ecken bellen Artgenossen. Ein Hund rennt einem flachen Ding nach, fängt es in der Luft und bringt es seinem Herrchen. Ich winsle ihm mal zu. Am liebsten würde ich mit diesem Border Collie mitspielen. Nix da, ich soll ruhig sein. Mein junges Frauchen will in Ruhe zusehen, und ich soll geduldig sein. Wir gehen weiter. In blauen Becken hat es Wasser. Hier sei die Badi Romanshorn, sagt man. Doch das Wasser riecht nicht wie mein Bodensee, in dem ich liebend gerne schwimme. Einige Hunde springen trotzdem ins Wasser. Mir ist das unverständlich, denn es ist nicht so warm.

Das Ding, das mir sonst so wohlig und schön mein Fell wärmt, hängt nicht da oben. Mein Frauchen nennt es Sonne. Ohne diese gehe ich bestimmt nicht in das kühle Nass. Überhaupt hat es viel zu viel Neues rundherum. Einige Vierbeiner jagen mit Frauchen und Herrchen verschiedenen Gegenständen nach. Frauchen Jana steht im Wasser und will mich mit meinem Lieblingsspielzeug überzeugen, auch zu kommen. Nee – das mach ich nicht. Doch sie will es nicht richtig begreifen und lockt mich mit «Guzzeli». Meine Pfoten sind nass, und das reicht für heute. Ich ruf sie mit lautstarkem Bellen zurück und schüttle mich. Na endlich gehorcht sie und kommt raus. In der andern Hälfte des Pools schwimmen Hunde für einen Wettbewerb ganze Längen. Deshalb heisst der Anlass Dog-4-Pool. Der findet hier zum ersten Mal statt, und der Erlös des ganzen Tages kommt dem Verein Therapiehunde Bodensee zugute. Das scheint eine gute Sache zu sein. Es sind viele Hunde mit ihren Begleitern hier. Herrchen Armin Scheidegger macht mit Labrador Pina solche Einsätze. Die Hündin liebe andere Menschen. Das sei für diese Aufgabe nötig.

Ich selbst bin Fremden gegenüber sehr vorsichtig. Man weiss ja nie. Deshalb ist das nichts für mich. Beim Parcours auf der Wiese nebenan gefällt es mir. Nadoc nennt sich diese Sportart. Dort zeigt Astrid Baumgartner mit Moya, wie das geht. Der kleine Wollknäuel flitzt in Windeseile durch den gelb-schwarzen Tunnel. Das kenne ich auch aus meiner Hundeschule. Während Jana der Leiterin zuhört, dürfen wir zwei Vierbeiner kurz spielen. Das ist toll. Auf der Wiese riecht es überall so gut, und ich lasse meiner Nase freien Lauf. Prompt finde ich ein einsames Leckerli. Ich gehe in Platz und warte ab, was mein junges Frauchen macht. Sie sieht das und kommt sofort zu mir. Hab ich sie nicht gut erzogen? Jana gibt mir mein eigenes «Guzzi» und lobt mich. Doch jetzt gilt es anscheinend ernst. Ich muss beweisen, dass auch ich gehorchen kann. Arbeiten heisst das. O. k., das macht mir auch Spass. Vor dem Tunnel muss ich Sitz machen und warten. Jana gibt mir den Befehl, und ich begreife. Ich sause blitzschnell los. Cool – bitte nochmal, versuche ich ihr mit wedelndem Schwanz zu sagen. Jana lobt mich, und wir wiederholen das einige Male. Nach einer Weile bekomme ich eine Pause. Frauchen sieht beim Stand von Vitalepfoten zu. Pascal Keller streicht einem Labrador von Kopf bis zur Schwanzspitze übers Fell. Das sieht wohltuend aus. Ist es das auch? Der diplomierte Hunde-Physiotrainer aus Frauenfeld führt vor Ort Analysen der Gangart und der Muskulatur durch.

Auch ich muss meine Gangart zeigen. Mach ich – kein Problem. Doch als ich auf den Tisch sollte, finde ich das nicht mehr so lustig, und die Berührungen von diesem fremden Mann fühlen sich nicht so toll an. Ich will wieder runter. Schliesslich darf ich zu Hause auch nicht auf den Tisch. Wieder am Boden, schüttle ich mir zuerst mal den Stress kräftig vom Leib. Zum Schluss darf ich mit dem flachen Ding, das ich am Anfang gesehen habe, spielen. Das nennt sich Frisbee. Doch so geschickt wie dieser Border Collie bin ich noch nicht. Da braucht es wohl noch einige Übungsstunden.

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