Mehr Steuern, aber auch mehr Investitionen

Erstmals seit vielen Jahren schreibt die Rechnung der Gemeinde Tägerwilen rote Zahlen. Grund ist die Eröffnung einer Spezialfinanzierung für Landkäufe.

Drucken
Teilen

TÄGERWILEN. Von einem guten Rechnungsabschluss sprach der zuständige Gemeinderat Jörg Sinniger anlässlich der Vorinformation für die Gemeindeversammlung vom 6. Mai. Mit neun Millionen Franken hat der Bruttosteuerertrag eine neue Rekordhöhe erreicht. Das sei aber, erklärt Sinniger, auf einen einzigen ausserordentlichen Steuerfall einer juristischen Person zurückzuführen. Der Nettoaufwand verzeichnet gegenüber dem Budget eine Steigerung von 360 000 Franken. Im Sozialbereich sind Mehrkosten von 270000 Franken angefallen.

Andererseits musste auch in die Infrastruktur investiert werden. Dies sei teils aus Sicherheitsgründen, teils aufgrund behördlicher Auflagen geschehen. Als Beispiele nannte Sinniger die Sanierung elektrischer Anlagen in der Hertlerhalle, den neuen Buswendeplatz sowie die Altlastenuntersuchung im Gebiet Rüsel, welche der Kanton veranlasst habe.

Auf Bedürfnisse reagieren

Aus dem Verkauf von zwei Landparzellen im Glaser und an der Konstanzerstrasse ist ein Gewinn von 300 000 Franken in die laufende Rechnung eingeflossen. Ohne diesen Effekt wäre das operative Jahresergebnis der Gemeinde negativ gewesen. So aber steht ein Überschuss von 73 000 Franken in der Rechnung. Wenn es nach dem Willen des Gemeinderates geht, wird nach der Gewinnverwendung dennoch ein Verlust geschrieben.

Die realisierten Buchgewinne aus dem Landverkauf sollen in eine neue Reserve für künftige Landkäufe überführt werden. Der Gemeinderat wolle aktives Bodenmanagement betreiben und damit besser auf die Bedürfnisse der Gemeinde reagieren können, meint Sinniger. Nach diesem Antrag ergibt sich ein Verlust von 226 000 Franken, der Betrag soll aus der Steuerausgleichsreserve entnommen werden.

Landabtausch ohne Kosten

Neben der Rechnung wird die Gemeindeversammlung über eine Einbürgerung und einen kostenneutralen Landabtausch zwischen der Bürgergemeinde und der Politischen Gemeinde am Seerhein entscheiden. Auf der Traktandenliste steht zudem ein Kreditbegehren über 645 000 Franken für die Sanierung eines Teilstücks der Oberdorfstrasse sowie Ersatz der Wasser- und Stromleitungen inkl. Strassenbeleuchtung. (kp)

Aktuelle Nachrichten