Mehr Platz fürs Abschiednehmen

Die Abdankungshalle auf dem Friedhof Sulgen hat schon bessere Zeiten gesehen. Das bestehende Gebäude wird nun saniert, und zwei zusätzliche Pavillons sollen errichtet werden.

Hannelore Bruderer
Merken
Drucken
Teilen
Renovierungsbedürftig: Das Friedhofsgebäude in Sulgen. (Bild: Hannelore Bruderer)

Renovierungsbedürftig: Das Friedhofsgebäude in Sulgen. (Bild: Hannelore Bruderer)

SULGEN. Nebst Gemeinderechnung und zwei Einbürgerungen befinden die Sulger Stimmbürger in einer Woche über ein Kreditbegehren von 1,3 Millionen Franken. Damit soll das Friedhofsgebäude saniert und durch zwei seitliche Neubauten erweitert werden. In welch schlechtem Zustand das Friedhofsgebäude ist, sei dem Gemeinderat erst bewusst geworden, nachdem Reklamationen von trauernden Angehörigen eingegangen seien, sagt Gemeindepräsident Andreas Opprecht. «Schnell war klar, dass eine Pinselrenovation nicht reicht und dass wir die Situation auf dem Friedhof nachhaltig angehen müssen.»

Harmonische Gesamtanlage

Das Friedhofsgebäude ist im Jahr 1925 erbaut worden und hat seither keine wesentlichen baulichen Anpassungen erfahren. Die Platzverhältnisse im Innern sind äussert eng, die Installationen und Einrichtungen sind veraltet und entsprechend reparaturanfällig. Die Pläne sehen vor, das historische Friedhofsgebäude einem neuen Nutzen zuzuführen. Es soll künftig einen kleinen Besprechungs- und Ablageraum sowie geschlechtergetrennte Toiletten beherbergen. Vom Friedhof bestehen noch Originalpläne aus dem letzten Jahrhundert. Aus denen geht hervor, dass der Friedhof Sulgen mit seinem Gebäude in der Mitte als harmonische Gesamtanlage erstellt worden ist. Die gestalterischen Grundgedanken von damals sind in die Planung der Ergänzungsbauten eingeflossen.

Erstellt werden sollen zwei Pavillons links und rechts des bestehenden Gebäudes. Im Aufbahrungspavillon entstehen drei neue Katafalkräume mit je 15 bis 20 Quadratmetern Fläche. Mit dem zweiten Pavillon kommt die Gemeinde einem oft geäusserten Wunsch nach einem witterungsgeschützten Versammlungsraum nach. Dieser Andachts- und Abdankungsraum mit rund 73 Quadratmetern Fläche ist auf Wunsch unterteilbar.

Sulgen trägt 60 Prozent

An der Gesamtinvestition von rund 1,3 Millionen Franken trägt die Gemeinde Sulgen einen Anteil von rund 60 Prozent. Die restlichen 40 Prozent verteilen sich mittels Entschädigungen, die im Friedhofsreglement festgelegt sind, auf mehrere andere Gemeinden und Institutionen. Im Vorfeld zur Gemeindeversammlung informiert der Gemeinderat Sulgen diesen Dienstag, 20 Uhr, im kleinen Auholzsaal über das geplante Projekt.

Defizit kleiner als budgetiert

Dass die Rechnung 2015 der Gemeinde Sulgen ein Defizit aufweisen würde, sei absehbar gewesen, sagt Gemeindepräsident Andreas Opprecht. «Positiv ist, dass es wesentlich kleiner als erwartet ausgefallen ist.» Rund 400 000 Franken beträgt die Differenz zwischen dem budgetierten Defizit von 757 900 Franken und dem effektiven Minus von 358 156 Franken. Nebst mehreren kleineren Abweichungen fallen auf der Ertragsseite die Mehreinnahmen bei den Steuern von rund 240 000 Franken ins Gewicht. Auf der Ausgabenseite überstiegen die Kosten für die Sozialhilfe mit 140 000 Franken und jene für den Strassenunterhalt mit 120 000 Franken den veranschlagten Wert am deutlichsten. Aus dem kantonalen Finanzausgleich hat die Gemeinde Sulgen rund 49 000 Franken erhalten. Dies könne aber auch eine einmalige Sache gewesen sein, sagt der Gemeindepräsident, da sich Sulgen nah am kantonalen Wert bewege, der für die Berechnung massgebend sei.