Mehr Platz für die Kinder

TÄGERWILEN. Das 154 Jahre alte Schulhaus Hauptstrasse in Tägerwilen erhält einen Anbau und wird saniert. Damit können alle Unterstufenschüler wieder am gleichen Ort zur Schule. Die Kosten betragen rund 5,1 Millionen Franken.

Nicole D'orazio
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Das Schulhaus an der Hauptstrasse in Tägerwilen ist eines der bestgeschützten Gebäude im Dorf. (Archivbild: Donato Caspari)

Das Schulhaus an der Hauptstrasse in Tägerwilen ist eines der bestgeschützten Gebäude im Dorf. (Archivbild: Donato Caspari)

Es ist das älteste Schulhaus in Tägerwilen. Seit 154 Jahren steht es an der Hauptstrasse und hat schon einiges mitgemacht. Vieles ist in die Jahre gekommen, die Platzverhältnisse sind knapp. Die Schulbehörde liess deswegen ein Projekt ausarbeiten und präsentierte an der ausserordentlichen Schulversammlung am Dienstagabend einen Baukredit von rund 5,1 Millionen Franken. Dieser beinhaltet die Sanierung des alten Schulhauses sowie einen Erweiterungsbau auf der Hinterseite. Der Planungskredit über 420 000 Franken wurde bereits letzten November gutgeheissen.

Die Schüler erhalten nicht nur mehr Platz, sondern auch neue Klassenzimmer, Gruppenräume und neue sanitäre Anlagen. Auch die ganze Haustechnik wird auf den neusten Stand gebracht. Der Dachstock des Altbaus wird ausgebaut und kann endlich genutzt werden. «Alle Unterstufenschüler können wieder am gleichen Ort zur Schule», sagte Schulpräsidentin Karin König-Ess. «Bisher mussten wir immer eine Klasse ins Mittelstufen-Schulhaus Trittenbach ausgliedern.»

Optimum herausgeholt

Doch nicht alle anwesenden Stimmbürger fanden das Projekt gut. Ein Votant befand den Ausbau als zu gering. Man erwarte viel mehr neue Schüler im Dorf. Also müssten doch deutlich mehr neue Klassenzimmer geschaffen werden. «Wir wollten den Anbau eigentlich ein Stockwerk höher bauen», sagte Karin König-Ess. «Doch die Denkmalpflege und die Gemeinde haben dies untersagt.» Auch dürfe der Anbau nicht breiter und von vorne nicht sichtbar sein. Das Schulhaus sei eines der sieben best geschützten Gebäude im Dorf. «Es geht hier primär um die Sanierung. Wir haben herausgeholt, was wir konnten.»

Ein anderer Votant wollte deswegen wissen, ob noch mehr Bauvorhaben und Investitionen auf die Schulgemeinde zukommen. «Ja. Im Trittenbach planen wir ebenfalls eine Erweiterung», sagte die Schulpräsidentin. «Der Projektierungskredit kommt Ende November zur Abstimmung.»

Einige waren dagegen

Ein Votant befand die Kosten für die Sanierung und den Anbau als zu hoch. Er wollte wissen, warum man nicht einen Neubau ins Auge fasse. «Wir wollen das Schulhaus als solches erhalten», erwiderte Karin König-Ess. Die Abstimmung fiel am Schluss klar aus. 22 stimmten gegen das Projekt, der Rest der 104 Anwesenden war dafür.

Die Visualisierung zeigt, wie der Anbau an das alte Schulhaus aussehen soll. (Bild: pd)

Die Visualisierung zeigt, wie der Anbau an das alte Schulhaus aussehen soll. (Bild: pd)