Mehr Ordnung an der Urnenwand

Die Friedhofskommission stellt neue Richtlinien für die Dekoration der Urnennischen auf dem Weinfelder Friedhof auf. Damit will sie für ein einheitlicheres Bild sorgen und dem Wildwuchs beim Grabschmuck entgegenwirken.

Mario Testa
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David Keller, Leiter der Gemeindegärtnerei Weinfelden, zeigt den Prototypen eines standardisierten Deko-Halters für die Urnenwände im Friedhof. (Bild: Mario Testa)

David Keller, Leiter der Gemeindegärtnerei Weinfelden, zeigt den Prototypen eines standardisierten Deko-Halters für die Urnenwände im Friedhof. (Bild: Mario Testa)

WEINFELDEN. Blumen verdecken die Inschrift auf der Grabtafel, Kerzen tropfen auf die untere Nische und Steinfiguren verdecken die Nische. Einige Urnennischen auf dem Friedhof sind überladen und die langen Wände mit den dunkelroten und hellroten Tafeln wirken unruhig. «In letzter Zeit haben die individuellen Dekorationen bei über 30 Nischen das tolerierbare Mass überschritten», sagt Roger Haefner, Leiter des Bestattungsamts Weinfelden. Deshalb gilt für alle rund 450 Urnennischen ab dem Sommer ein neues Reglement.

«Natürlich sind wir uns bewusst, dass die Angehörigen sehr persönliche Erinnerungen an die Verstorbenen haben und diese auch ausdrücken wollen», sagt Haefner. Einen gewissen Grad von individueller Dekoration der Urnennischen will er, die Friedhofskommission und die Gemeindegärtnerei auch mit den neuen Regeln nicht verbieten – das Ganze nur etwas in geordnetere Bahnen lenken.

Die Inschrift muss lesbar sein

Auf einem Merkblatt, das heute alle Betroffenen per Post erhalten haben, werden die neusten Richtlinien zur Dekoration der Urnennischen aufgeführt. Der wichtigste Punkt darauf: Die Inschriften müssen gut lesbar sein und dürfen von Dekorationen nicht verdeckt werden. Zudem müssen alle individuell angebrachten Halterungen entfernt werden. «Bei den grösseren Nischen ist es weiterhin möglich, Blumen in die Tröge zu stellen, nur sollten diese nicht wuchern und weder die Nachbarnischen noch die Inschriften überdecken», sagt Haefner.

Eine individuelle Dekoration – eine Grabkerze, ein kleines Blumensträusslein oder eine Figur – können auch bei den kleineren Nischen weiterhin angebracht werden – auch ein kleiner Gegenstand auf der Tafel, beispielsweise ein Herz oder ein Engel. «Wir wollen keine öde Nischenwand, sie darf ruhig Individualität ausstrahlen», betont Roger Haefner. «Dazu haben wir aber einen einheitlichen Halter entwickelt», sagt David Keller, Leiter der Gemeindegärtnerei. «Wir verkaufen und montieren diesen für 20 Franken – also zum Selbstkostenpreis.» Es sei vorgekommen, dass durch die bisherigen Halterungen Tafeln verschoben wurden. «Dem wollen wir mit den funktionellen Haltern vorbeugen – auch, indem wir sie selber montieren», sagt er.

Frühere Versuche ohne Erfolg

Bis Ende Juli haben alle Angeschriebenen Zeit, die Urnennischen dem neuen Reglement anzupassen, danach räumen die Gemeindegärtner auf. «Wir werden im August einen Kontrollgang machen und dann mit Augenmass entscheiden, wo die Angehörigen noch Verbesserungen vornehmen müssen», sagt Roger Haefner.

Die Friedhofskommission hat sich mit dem Thema schon vor drei Jahren ein erstes Mal auseinandergesetzt. «Wir hatten uns damals dazu entschlossen, mit Einzelgesprächen etwas mehr Ordnung bei den Urnennischen zu erreichen», sagt Ursi Senn-Bieri, Gemeinderätin und Präsidentin der Friedhofskommission. «Aber leider hatte das nicht den gewünschten Effekt. Deshalb müssen wir nun einen Schritt weiter gehen.»

Ursi Senn-Bieri Gemeinderätin Weinfelden Ressort Gesellschaft (Bild: MARIO TESTA)

Ursi Senn-Bieri Gemeinderätin Weinfelden Ressort Gesellschaft (Bild: MARIO TESTA)

Roger Haefner Leiter Bestattungsamt Weinfelden (Bild: MARIO TESTA)

Roger Haefner Leiter Bestattungsamt Weinfelden (Bild: MARIO TESTA)

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