Mehr Geld für weniger Energie

Die Stadt Kreuzlingen startet eine Energiespar-Offensive. Ab sofort bezahlt sie massiv höhere Förderbeiträge für Wärme-Sanierungen. Und der Stadtrat senkt auch die Anforderungen für potenzielle Subventionsempfänger.

Urs Brüschweiler
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Gunter Maurer und Ernst Zülle betrachten die Villa auf dem stadteigenen Schiesser-Areal. Dieses wird 2016 energetisch optimiert. (Bild: Urs Brüschweiler)

Gunter Maurer und Ernst Zülle betrachten die Villa auf dem stadteigenen Schiesser-Areal. Dieses wird 2016 energetisch optimiert. (Bild: Urs Brüschweiler)

KREUZLINGEN. Etwas über eine Million Quadratmeter beheizte Wohnfläche gibt es in Kreuzlingen. Rund die Hälfte davon ist älter als 40 Jahre und schlecht wärmegedämmt. Daran möchte die Stadt nun etwas ändern und startet eine Offensive. Gemäss einer Studie von 2013 könnten gegen zwei Drittel der zum Heizen nötigen Energie eingespart werden. «Das wären 120 000 Megawattstunden, was dem Wärmebedarf von 10 000 neuen Einfamilienhäusern entspricht», sagt der städtische Energiebeauftragte Gunter Maurer.

Immer weniger Anträge

Mit dem Ziel, dieses Sparpotenzial so weit wie möglich auszuschöpfen, hat der Stadtrat beschlossen, die Förderbeiträge für Sanierungsmassnahmen markant zu verbessern. «Wir haben festgestellt, dass die dafür zur Verfügung stehenden Subventionen nicht voll in Anspruch genommen werden», erklärt der zuständige Stadtrat Ernst Zülle. 80 000 Franken seien in früheren Jahren im Kreuzlinger Budget vorgesehen gewesen. Weil man davon zuletzt fast nichts mehr ausbezahlt habe, sei der Betrag auf 20 000 Franken geschrumpft. Laut Zülle war der Knackpunkt, dass nur für Wärme-Sanierungen hin zum Standard «Minergie P» (ein so genanntes Passivhaus), Beiträge beantragt werden konnten. «Das sind aber sehr hohe Anforderungen. In den letzten Jahren gab es davon in Kreuzlingen keine», sagt Maurer. Also erhöht man nun die Anreize und subventioniert schon für den weniger restriktiven «Minergie»-Standard.

Die Gelegenheit ist günstig

«Keine Zeit ist besser als jetzt, um Sanierungen anzugehen», sagt Ernst Zülle. Die Zinsen seien tief und es steigere den Wert der Liegenschaften. Ausserdem böten neue Materialen und Techniken für Dämm-Massnahmen mittlerweile sehr gute und erschwingliche Möglichkeiten.

Am Montagabend, 19.30 Uhr, findet im Kreuzlinger Rathaus eine kos- tenlose Informationsveranstaltung zum Thema «Gebäude erneuern – Energiekosten halbieren» statt.