Mehr als 6500 Besucher im Visier

Das Kreuzlinger Seemuseum will in Zukunft moderner auftreten. Dazu hat eine Strategiekommission ein Zukunftskonzept erarbeitet und Dietrich Hakelberg als Kurator eingestellt. Ohne zusätzliche Mittel geht es aber nicht.

Kurt Peter
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Kreuzlingen. 16 Jahre nach der Eröffnung des Seemuseums sollen neue Wege eingeschlagen werden. Dies hat die Stiftung beschlossen und eine Strategiekommission eingesetzt.

Als eine der Hauptaufgaben galt es, einen Nachfolger für Hans-Ulrich Wepfer zu finden. Denn dieser will sich Schritt für Schritt von seinen vielfältigen Aufgaben entlasten. Das war der Grund, Dietrich Hakelberg als Kurator zu 50 Prozent anzustellen. Seit Februar dieses Jahres wirkt der Schiffsarchäologe aus Immenstaad in dieser Position.

Die Inventarisierung des Sammlungsbestandes und seine sachgerechte Lagerung sei nur eine der vordringlichen Aufgaben. «Eine zeitraubende Arbeit, die sehr wichtig ist, die in der Öffentlichkeit aber nicht wahrgenommen wird.»

Erlebnisreich

Schritt für Schritt werde nun ein modernes Ausstellungskonzept erarbeitet und umgesetzt. Ziel sei es, dass die Besucher eine erlebnisreiche Ausstellung besuchten. Dies alles stehe unter dem Motto «Leben und arbeiten mit dem See».

Darunter falle eine Menge von Bereichen wie die Wissenschaft, die Landschaft, Schifffahrt und Fischerei, aber auch die Entwicklung des Tourismus. Gerade dieses Thema gelte es sehr differenziert zu betrachten, so Hakelberg.

Zusammenarbeit mit PH

Als besonders wichtig sieht der Kurator die Zusammenarbeit mit dem Museum Rosenegg an. Vor allem im organisatorischen und inhaltlichen Bereich.

Er denkt auch daran, eine eigene Museumspädagogik zu entwickeln, «hier drängt sich die Zusammenarbeit mit der Pädagogischen Hochschule (PH) auf, schliesslich sitzen die Fachleute vor Ort». In diesem Zusammenhang soll auch das Seeschulzimmer im Museum eine dauernde Bleibe finden.

Wöschhüsli wird ganz vermietet

Dies alles werde Geld kosten, ist Hakelberg sicher.

Neben dem städtischen Beitrag von jährlich 30 000 Franken werden neu auch die Räumlichkeiten im Untergeschoss des Wöschhüslis vermietet. Dies sei eine wichtige Einnahmequelle für das Museum. Die Attraktivitätssteigerung soll auch mehr Besucher anlocken. Mit 6500 im vergangenen Jahr sei zwar ein guter Wert erreicht worden, aber die Zahl müsse sich steigern lassen.

Weitere Finanzmittel nötig

Zum Beispiel durch einen neuen Aussenbereich: «Mittelfristig wollen wir die Umgebung miteinbeziehen, doch dann sind auch Aktionen zum Mitmachen nötig. Doch wir werden ohne die ehrenamtliche Mitarbeit auch in Zukunft nicht auskommen», erklärt Hakelberg. Bisher sei es nur dem enormen Engagement von Hans-Ulrich Wepfer und seinem Team möglich gewesen, die Betriebskosten tief zu halten. Das modernere Konzept verlange aber mehr professionelles Personal und erfordere weitere Finanzmittel.

Höhere Flexibilität

Durch die Vermietung des Wöschhüslis müssen die dort untergebrachten Landschaftsbilder ins Museum gezügelt werden. Einige müssten wohl eingelagert werden, andere fänden als Akzentpunkte einen Platz in der Ausstellung.

Weggegeben werde gar nichts, so Hakelberg, das Konzept sehe eine höhere Flexibilität vor.

Wobei der See immer im Mittelpunkt stehe: «Wir zeigen die Wechselwirkung Mensch und Natur, die am See von besonderer Bedeutung ist. Und das macht unser Museum so einzigartig.»