Mehr Abwechslung für die Kids

Seit Anfang Jahr betreut die Offene Jugendarbeit Kreuzlingen auch die Teenager in Tägerwilen und Gottlieben. Die beiden Trägervereine haben eine Leistungsvereinbarung für vorerst zwei Jahre unterzeichnet.

Nicole D'orazio
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Linda Bühler Präsidentin, Verein Offene Jugendarbeit Kreuzlingen (Archivbild: Nicole D'Orazio)

Linda Bühler Präsidentin, Verein Offene Jugendarbeit Kreuzlingen (Archivbild: Nicole D'Orazio)

TÄGERWILEN. Geplant war es schon länger, nun hat es geklappt: Die Vereine Offene Jugendarbeit (OJA) Tägerwilen-Gottlieben und jener in Kreuzlingen arbeiten seit Anfang Jahr zusammen. «Wir sind sehr froh, dass es geklappt hat», sagt Gregor Kohler, der Präsident des Vereins Offene Jugendarbeit Tägerwilen-Gottlieben. Man habe schon vor drei Jahren gesehen, dass das alte Konzept mit dem Jugendtreff in Tägerwilen und dem kleinen Pensum eines Jugendarbeiters nicht mehr funktioniert. Der Treff sei schon längere Zeit geschlossen und man habe nach Lösungen gesucht. «Als wir sahen, dass Bottighofen mit der OJA Kreuzlingen zusammenarbeitet, haben wir uns ebenfalls dafür interessiert.»

Eine schöne Bestätigung

Über die Anfrage hat sich die Offene Jugendarbeit Kreuzlingen gefreut. «Es ist schön, wenn unsere professionelle Jugendarbeit wahrgenommen wird, und es ist eine Bestätigung für uns. Und wir haben bereits Erfahrung mit Aussengemeinden», sagt Präsidentin Linda Bühler. Doch die Ausgangslage mit Bottighofen sei anders, da dessen Jugendlichen in Kreuzlingen in die Sekundarschule gehen, und deswegen sowieso schon in der Stadt seien.

«Unser Team machte in Tägerwilen zuerst eine Bedarfsabklärung. Nicht nur mit den Jugendlichen, sondern auch mit Schlüsselpersonen der Gemeinde, der Kirchgemeinden und der Schule. Ein Bedarf ist klar vorhanden», sagt die Präsidentin der OJA Kreuzlingen. Sie hätten ein Konzept erstellt und dieses den Tägerwilern vorgestellt. «Für ein Dorf mit 4000 Einwohnern wären laut einer Studie 120 Stellenprozent, besetzt mit einer weiblichen und einer männlichen Bezugsperson, ideal.» Das sei allerdings zu viel, man rechne mit etwa 60 Stellenprozenten.

Eine Mitarbeiterin mehr

Die OJA Kreuzlingen wird ihr ganzes Team abwechslungsweise in Tägerwilen einsetzen. «Wir suchen nun zusätzlich eine neue Jugendarbeiterin», sagt Linda Bühler. «Vorerst geht es für unsere Leute nun darum, in Tägerwilen Vernetzungsarbeit zu leisten.» Aufsuchende Jugendarbeit und verschiedene Projekte werden dabei eine wichtige Rolle spielen. «Wir planen zum Beispiel eine Party mit Sekundarschülern.» Die Tägerwiler und Gottlieber Teenager könnten natürlich auch die Angebote und das Jugendhaus in Kreuzlingen nutzen.

90 000 Franken im Jahr

Der Verein OJA Tägerwilen-Gottlieben bezahlt den Kreuzlingern jährlich 90 000 Franken. «Diese beinhaltet nicht nur die Arbeit vor Ort, sondern auch die Infrastruktur, die ganze Organisation und Administration, die für eine professionelle Jugendarbeit nötig sind», sagt Linda Bühler.

Nach einem Jahr werde man eine Zwischenbilanz ziehen und nach zwei Jahren definitiv über eine weitere Zusammenarbeit entscheiden, sagt Gregor Kohler. «Für die Träger des Vereins, die Gemeinde, die Kirchgemeinden und die Schule, hat sich der Betrag für die Jugendarbeit sozusagen verdoppelt.» Da der Treff zu und die frühere Stelle länger nicht mehr besetzt war, habe man Geld gespart und könne es nun investieren. «Nächstes Jahr müssen sie allerdings tiefer in die Taschen greifen.» Er ist sich aber sicher, dass die Jugendarbeiter ihre Sache gut machen und das Angebot ankommt.

Gregor Kohler Präsident, Verein Offene Jugendarbeit Tägerwilen (Bild: pd)

Gregor Kohler Präsident, Verein Offene Jugendarbeit Tägerwilen (Bild: pd)

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