Maschinen standen Stunden still

ARBON. In Arbon waren am Donnerstag gewisse Quartiere stundenlang ohne Strom. Betroffen waren auch Industriebetriebe, die ihre Mitarbeiter teilweise heimschickten. Die genaue Ursache des Netzausfalls ist noch nicht bekannt.

Markus Schoch
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«So etwas haben wir noch nie erlebt», sagt Fabienne Zürcher-Rohner von der Medienstelle der AFG. Um etwa 14.30 Uhr gingen die Lichter aus. Danach stand die Produktion während Stunden still. Erst um etwa 19.30 Uhr floss wieder überall Strom.

25 Mitarbeiter im Forster-Werk konnten um 17 Uhr heim gehen, da es aufgrund der einsetzenden Dämmerung ohne Hallenbeleuchtung keinen Sinn mehr machte zu bleiben.

Arbonia mit Sondereinsatz

Die Belegschaft bei der Arbonia dagegen schob eine Sonderschicht: Sie erledigte die wichtigsten Aufträge, als die Maschinen am Abend endlich wieder liefen. Gestern sei dann wieder mit Hochdruck gearbeitet worden, um den Rückstand in der Produktion aufzuholen, sagt Zürcher-Rohner. Gleichzeitig ging es darum, die letzten technischen Probleme zu beheben: Im AFG-Corporate Center konnten am Vormittag noch nicht alle Mitarbeiter extern telefonieren.

Auch bei der Firma Bruderer lief nichts mehr. Als absehbar war, dass der Stromunterbruch bis in den Abend dauern würde, stempelten die Mitarbeiter schliesslich aus.

Aldi musste schliessen

Der Aldi war wegen des Stromausfalls am Donnerstagnachmittag fast fünf Stunden geschlossen. Dank einer Notstromversorgung über eine Batterie konnten die Kunden, die beim Stromausfall an der Kasse standen, immerhin noch bedient werden.

Da die Kühlregale nicht mehr funktionierten, musste der Discounter kurzfristig einen Kühllastwagen organisieren. Dank schneller Reaktionszeit und zusätzlich beigezogener Mitarbeiter habe die Kühlkette aufrecht erhalten werden können, sagt Alain Bollschweiler von der Medienstelle.

Coop: Kleine Einschränkungen

Nur geringfügig betroffen war das Coop-Einkaufszentrum, wo es drei kurze Stromausfälle gab. Der Betrieb habe aber jederzeit aufrechterhalten werden können, sagt Mediensprecher Markus Brunner. Die Stromausfälle führten zu kleinen Verzögerungen bei den elektrischen Waagen (Gemüse und Früchte) und bei der Lottoschein-Annahmestelle. Bei den Kühlanlagen gab es keine Unterbrüche.

Für allfällige Schäden wegen des Stromausfalls müssen die betroffenen Firmen oder auch Private selber aufkommen. Die Arbon Energie haftet in solchen Fällen nicht, was in den allgemeinen Geschäftsbedingungen so geregelt ist.

Kurzschluss in Trafostation

Was die genaue Ursache des Stromausfalls war, lässt sich noch nicht sagen. Klar ist: Gegen 14.30 Uhr kam es zu einem Kurzschluss mit einem heftigen Knall in einer Trafostation auf dem SaurerWerkZwei. Voraus ging möglicherweise ein so genannter Erdschluss, sagt Silvan Kieber, Geschäftsleitungsmitglied der Arbon Energie AG. Dieser wiederum könnte von einem Kabelschaden im Industriering Frasnacht ausgelöst worden sein. Die genauen Umstände klärt die Arbon Energie jetzt ab. «Nötig sind unter anderem Messungen im Netz», sagt Kieber.

Ganze Quartiere im Dunkeln

Vom Netzausfall betroffen war ein Grossteil der Anschlüsse im westlichen und nördlichen Teil von Arbon. Ganze Quartiere waren bis in den frühen Abend hinein dunkel. Die letzten gingen kurz vor 20 Uhr wieder ans Netz.

Die Arbon Energie brauchte rund viereinhalb Stunden, um den Schaden am defekten Kabel in Frasnacht zu lokalisieren. Strang um Strang musste wieder zugeschaltet werden.

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