«Mars-Simulation war Enttäuschung»

Die 17jährige Alicja Bednarzewska aus Arbon hat Anfang August auf dem Kaunertaler Gletscher an einer zweitägigen Mars-Simulation des Österreichischen Weltraum-Forums teilgenommen. Doch das Programm gestaltete sich anders als erwartet.

Katharina Brenner
Drucken
Teilen
Alicja Bednarzewska Arboner Schülerin und Teilnehmerin an einer Mars-Simulation (Bild: pd)

Alicja Bednarzewska Arboner Schülerin und Teilnehmerin an einer Mars-Simulation (Bild: pd)

Sie haben in Österreich mit anderen Jugendlichen an einer Mars-Simulation teilgenommen. Was haben Sie dort erlebt?

Alicja Bednarzewska: Nach unserer Ankunft konnten wir rumlaufen. Man hat uns durch die Gebäude geführt und uns wurde erklärt, wie das Zentrum funktioniert. Wir konnten auch bei der Vorbereitung der Astronauten zuschauen und bei Experimenten des Zentrums.

Welche Experimente waren das?

Bednarzewska: Wir haben eine Dusche gesehen, die nur Dampf benutzt und dadurch Wasser spart, und einen Roboter, wie er auf dem Mars herumfährt. Sie haben uns erklärt, wie der Roboter funktioniert.

Das klingt ganz danach, als hätten Sie viel zugeschaut. Haben Sie auch selbst etwas ausprobiert?

Bednarzewska: Nein, es war nichts Praktisches dabei. Als ich mich beworben habe, dachte ich, dass wir bei etwas helfen dürfen, dass wir etwas zusammenbauen können oder wenigstens mal in einen Raumanzug schlüpfen dürfen. Aber es blieb alles sehr theoretisch.

Sie haben sich also nicht gerade wie Astronauten gefühlt bei der Mars-Simulation?

Bednarzewska: Sie hatten zwar einen Anzug, der war aber so klein, dass er nur einer gepasst hat. Am ehesten an eine Simulation kam die Brille heran, durch die man eine andere Welt sieht. Die konnten aber nur zwei oder drei von sechzehn Teilnehmern anprobieren, weil es so eng war und wir gleich weiter mussten.

Konnten Sie die Brille tragen?

Bednarzewska: Nein.

Hat Ihnen das Programm mehr praktische Elemente versprochen?

Bednarzewska: Das Programm haben wir erst eine Woche vorher bekommen. Es war alles recht unstrukturiert. Am zweiten Tag sollten wir in Workshops etwas über Social-Media-Kanäle und Mediennutzung lernen. Auch da habe ich leider nicht viel mitgenommen.

Ging es den anderen auch so?

Bednarzewska: Ja. Die Simulation war eine Enttäuschung. Oft habe ich mir gedacht, dass ich das Wochenende lieber mit meinen Eltern in Innsbruck verbracht hätte. Ich hatte mir von der Simulation erhofft, Kontakte zu knüpfen in der Raumfahrt, aber dazu ist es leider nicht gekommen. Es hat nur für ein Foto mit zwei Astronauten gereicht.

Sie sind begeistert vom Weltall und der Raumfahrt. Das war auch der Grund, weshalb Sie sich beworben haben. Hat die Erfahrung in Österreich daran etwas geändert?

Bednarzewska: Nein, das nicht. Das Thema interessiert mich immer noch sehr. Ich würde einfach sagen, dass mir der Aufenthalt dort nichts gebracht hat. Es wurde zwar einiges erklärt, aber nichts, das wirklich relevant war.

Möchten Sie später Astronautin werden?

Bednarzewska: Das würde ich gerne. Aber mit der Schule, die ich besuche, werde ich es nicht schaffen. Ich werde nicht ausreichend qualifiziert sein. Deshalb möchte ich sehr gerne Pilotin werden. Das bringt mich der Erfahrung auf jeden Fall näher. Und vielleicht kann ich später auch einmal etwas in Richtung Weltraumforschung machen. Das würde mich sehr freuen.