Mann der klaren Worte

KREUZLINGEN. Oliver Dürr, Geschäftsführer der Mowag, referierte gestern beim Gewerbeverband über seine Führungsgrundsätze und den Grossauftrag von 200 Panzern für Dänemark. Er konnte punkten.

Martina Eggenberger Lenz
Drucken
Teilen
Gewerbepräsident Andreas Haueter und Oliver Dürr, CEO der Mowag, diskutieren im «Fischerhaus». (Bild: Martina Eggenberger Lenz)

Gewerbepräsident Andreas Haueter und Oliver Dürr, CEO der Mowag, diskutieren im «Fischerhaus». (Bild: Martina Eggenberger Lenz)

Nach wechselhaften Jahren steht mit Oliver Dürr wieder ein Schweizer an der Spitze des grössten Kreuzlinger Unternehmens. Und erst noch einer, der redet wie ihm der Schnabel gewachsen ist. Gestern hatten die Vertreter des Kreuzlinger Gewerbes die Gelegenheit, Dürr kennenzulernen. Der CEO der General Dynamics European Land Systems Mowag machte deutlich, dass er sich bei der Belegschaft erst einmal unbeliebt machen musste: Gehälter wurden angepasst, der 14. Monatslohn gestrichen, «Low Performer» entlassen. Im Betrieb habe es viele «Jammerer» gegeben, die noch Walter Rufs Zeiten nachtrauerten. «Wir gehören nun einmal Amerikanern. Wem das nicht passt, der soll gehen», betont der neue Chef.

Mega-Deal mit Dänemark

Seine Führungsgrundsätze hat sich der Rheintaler bei Magdalena Martullo-Blocher abgeschaut. Und sie verlangen Arbeitnehmern einiges ab – aus Sicht Dürrs ist das auch dringend nötig: «Bei uns gibt es mehr Mimösli als im Frauenturnverein.» Der Geschäftsführer ist aber überzeugt vom Geschäftsmodell der Mowag. «Ich sehe das Potenzial der Firma.» Ein grosser Erfolg war für das Unternehmen der Grossauftrag für Dänemark, der kürzlich an Land gezogen wurde. Die Kreuzlinger können mehr als 200 Panzer in den Norden liefern, das spült dem Unternehmen eine halbe Milliarde in die Kasse. Den Mega-Deal habe man mit dem «wertigsten Angebot» gewonnen, betont Dürr.

Panzer haben Zukunft

Der Piranha 5, ein verhältnismässig grosser Radpanzer, wurde ursprünglich extra für England entwickelt. Der Auftrag platzte aber. Dass die Dänen nun genau auf dieses Modell setzen, ist für den Standort Kreuzlingen ein Segen. Noch immer arbeiten mehr als 600 Mitarbeiter bei der Mowag. Ob denn die Zeiten der Bodenschlachten und damit der Panzer nicht bald der Vergangenheit angehören, wollte ein Zuhörer wissen. «Leider nein», sagt der Mowag-CEO. Die Ukraine-Krise oder die Situation in Syrien zeigten, dass es im Endeffekt immer Bodentruppen brauche.

Aktuelle Nachrichten