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"Man muss zehn Jahre jeden Tag in der Halle stehen"

Nachgefragt
Tobias Bolli

Tom Schnegg, wie würden Sie die Faszination Volleyball beschreiben?
Volleyball ist ein äusserst fairer und dynamischer Sport. Fair auch deshalb, weil die Spielfelder getrennt sind und somit das «klassische Foul» verunmöglicht wird. Dynamisch deshalb, weil es ein sehr schneller Ballsport ist, bei dem hart geschlagene Smashs Geschwindigkeiten um die 120 Kilometer pro Stunde erreichen. Zudem ist die Volleyball-Schweiz einfach eine ganz grosse Familie, in der man sich kennt und mit viel Respekt begegnet.

Was war Ihr Beweggrund für die Gründung der Volleyballschule?
Der damalige TV Amriswil war seit 1993 ununterbrochen in der NLA und investierte zunehmend mehr ins NLA-Team. Die ganze Nachwuchsabteilung ging ein wenig vergessen, und wir kamen an nationalen Titelkämpfen jahrelang nie mehr in die Kränze. So haben wir uns 2006 entscheiden, wieder vermehrt in den Nachwuchs zu investieren und gründeten die Talent School. Für mich die Erfüllung eines Traums, die mir als Spieler in den 90er-Jahren leider verwehrt blieb.

Welches sind die grössten Erfolgsgeschichten, die die Volleyballschule Amriswil bis jetzt verbuchen konnte? Inwiefern hält die Talent School, was sie verspricht?
Ich denke da an diverse nationale Nachwuchstitel, ich denke aber auch an einige grosse Volleyballer-Karrieren. So durften wir etwa Marco Krattiger (Beachvolleyballer auf der Worldtour), Julie Lengweiler (Profi bei Volero Zürich), Elena Steinemann (Profibeachvolleyballerin), Robin Baghdady und Robin Muntwyler (aktuelles Kader Volley Amriswil) und viele andere Sportlerinnen und Sportler über die ersten Volleyballjahre begleiten. Ich denke aber auch an viele Erfolgsgeschichten neben dem Volleyballfeld. Da war ein Schüler, der im Anschluss an die Talent School die Berufsschweizermeisterschaft in seinem Fach gewonnen hat. Ein anderer hat es trotz oder wegen des Volleyballs während seiner Zeit im Egelmoos vom «Problemkind» zum tollen Sportler und guten G-Schüler geschafft.

Wie wird reagiert, wenn die Schulleistungen eines Volleyballschülers oder einer Volleyballschülerin markant zurückgehen?
Mit unserem Koordinator, Dani Langenegger, haben wir ein versiertes Bindeglied zwischen Lehrern und Trainern. Sanktionierungen werden unkompliziert und differenziert angegangen. Die Erfahrung zeigt, dass das Streichen des Trainings in den meisten Fällen nicht die Lösung ist. Ablenkungen und Zeitfresser sind da meistens an anderen Stellen zu finden.

Kommt es im Gegenteil auch vor, dass sich das Training positiv auf die Schulleistung auswirkt?
Das ist sogar recht oft der Fall. Die Abgängerquote an der Kanti und Rückmeldungen aus dem schulischen Umfeld lassen die Behauptung zu, dass einige Schüler auch dank dem Sport besser in der Schule sind. Klar ist aber auch, dass gerade den erfolgreichsten Sportlern die Schule nicht immer so wichtig ist, wie das die Lehrer und Eltern allenfalls gerne sehen würden.

Welche neusten Entwicklungen gab es an der Talent School?
Wir versuchen stets, Gutes beizubehalten und am einen oder anderen Ort noch ein bisschen zu «schrüble». Die ganz grosse Innovation blieb allerdings in den vergangenen Jahren aus. Am Schluss ist es wohl wie in jedem Sport: Man muss einfach bereit sein, zehn Jahre lang jeden Tag in der Halle zu stehen und zu arbeiten. Denn Arbeit ist nebst einem gewissen Talent die Basis für allen Erfolg im Sport.

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