MÄRSTETTEN: Kein Lärm, keine Randale

Auf dem Areal der Klingenmühle ging gestern das «Pachamama»-Festival zu Ende. Der Anlass lockte rund 1000 Besucher aus ganz Europa an, um «Mutter Erde» zu huldigen.

Monika Wick
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Ausruhen, reden, sich als Teil des Ganzen fühlen: Blick auf das Gelände des «Pachamama»-Festivals in Märstetten. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Ausruhen, reden, sich als Teil des Ganzen fühlen: Blick auf das Gelände des «Pachamama»-Festivals in Märstetten. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Monika Wick

weinfelden@thurgauerzeitung.ch

«Die eigene Individualität leben, dabei im Kern verbunden sein, sich als Teil der Gemeinschaft, des grossen Ganzen fühlen, um sich so gegenseitig zu ergänzen und sich inspirieren zu lassen, das ist das Ziel dieses Anlasses», erklärte Daniel Hunziker, der zusammen mit Nicole Schmid das «Pachamama»-Festival ins Leben gerufen hat.

Besucher in farbenfrohen Gewändern

Bereits zum vierten Mal organisierten die beiden in der vergangenen Woche das fünf Tage dauernde Festival. Schon beim Abstieg zur Klingenmühle, die sich unterhalb des Schlosses Altenklingen befindet, zeigte sich, dass sich das Festival nicht mit den gängigen Open Airs oder anderen Grossveranstaltungen vergleichen lässt. Anstelle von hippen Klamotten trugen die Besucher farbenfrohe Gewänder, und die laute Musik wurde durch rituelle Klänge ersetzt. Besonders auf dem sogenannten «Healing Area», dem Heilungsareal, wurden die verschiedenen Rituale mit passenden Gesängen untermalt. Während aus der Schwitzhütte der Männer bereits ein eintöniges Summen zu vernehmen war, bereiteten sich die Frauen mit einer rituellen Reinigung auf das Prozedere vor. «Es hilft, die weibliche Stärke aufzubauen. Wir sind hier, um zu helfen, und vergessen uns dabei oft selber», erklärte Manuela Mächler. Mit hier meinte die Winterthurerin «Mutter Erde», die von den Festival-Besuchern verehrt und respektvoll behandelt wurde.

Bild: Thi My Lien Nguyen
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Das zeigte sich auch im Zustand des Geländes. Herumliegenden Abfall suchte man vergebens. Festival-Besucher, die sich nach einer Handanalyse, einer Ayurveda-Massage oder einem Seelengespräch an einem der vielen Stände verpflegen wollten, brachten ihr eigenes Geschirr mit. Katja Merino erfuhr durch einen Flyer vom «Pachamama»-Festival. «Er hat mich sofort angesprochen, und die Erwartungen, die er in mir weckte, wurden vollends erfüllt», sagte die Winterthurerin. Neben der liebevollen, friedlichen und unaufgeregten Stimmung schwärmte Katja Merino vom angrenzenden Wasserfall, der zum Baden einlud. Martin Zobel ist mit seiner Frau und den beiden Kindern aus dem 180 Kilometer entfernten Tübingen angereist. «Das Festival eignet sich für Familien. Hierher kann ich die Kinder bedenkenlos mitnehmen», sagte er.

Kinder hatte es tatsächlich viele. Laila, Selim und Myall beteiligten sich am Bau einer Kräuterspirale und eines kleinen dazugehörigen Wasserbeckens. Bäuerin und Anwohnerin Claudia Brändle stellte den Festivalbesuchern ihr Gelände zum Campen zur Verfügung. «Die Leute sind angenehm und ruhig. Sie pflegen einen respektvollen Umgang», lobte sie.