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MÄRSTETTEN: «All Johr am Hiläri sind mir verruggt»

340 Männer, davon 70 Bürger, haben am Samstag in der Weitsicht zusammen die 158. Auflage des traditionellen Hilarius gefeiert. Den politischen Versammlungen und der Holzgant folgten am Abend der Bürgertrunk und die Darbietungen der Vereine.
Werner Lenzin
«Schlag den TV»: Mit einem Spiel sorgte der Märstetter Turnverein für Unterhaltung. (Bilder: Werner Lenzin)

«Schlag den TV»: Mit einem Spiel sorgte der Märstetter Turnverein für Unterhaltung. (Bilder: Werner Lenzin)

Werner Lenzin

weinfelden@thurgauerzeitung.ch

Ehrengast am diesjährigen Hiläri ist der SVP-Kantonsrat Willy Nägeli, Gemeindepräsident von Fischingen. Sein grosser Auftritt beginnt kurz nach Mitternacht und er singt mit seiner Gitarre humorvolle Songs und sorgt mit seinen träfen Männerwitzen für viel Gelächter im Saal. «Mir sind am Fyre - am Hiläri und me cha säge, es goht is Bluet, alles lacht, ohni Sorge, ihr wärdet gseh, das tuet üs guet», singt der Ehrengast und erzählt, dass er in Rheinau aufgewachsen sei, einem Dorf im Kanton Zürich, wo noch normal gesprochen werde. Erste Kontakte mit Märstetten knüpfte Nägeli durch den in seinem damaligen Wohnort lebenden Märstetter Ernst Brenner, während seines Wiederholungskurses und als Praktikant an der damaligen Märstetter Realschule. «Hiläri ist besser als das Sechseläuten in Zürich oder der Morgenstreich in Basel», stellt Nägeli fest. Und da ist noch etwas, dass die Gemeinde Fischingen mit Märstetten verbindet: «Eure ehemalige Gemeindeschreiberin ist heute bei uns als Verwaltungsleiterin und Gemeindeschreiberin tätig». Der Gemeindepräsident aus dem Tannzapfenland besingt das Trychlerfest und erinnert an Märstetter Stichworte wie Kreuzlingerstrasse 8, an Panzer und anderes mehr, bevor er von der Bühne abtritt und meint: «Apropos Geschenk, da mache ich es so wie die Regierung; die kommen mit leeren Händen und gehen mit vollen Bäuchen».

Da keine Frauen dabei sind, helfen sich die Männer selbst und verkleiden sich, damit das Servicepersonal wenigsten einen weiblichen Anstrich erhält. (Bild: Werner Lenzin)
Die Mehrzweckhalle Weitsicht ist gut gefüllt mit 340 anwesenden Männern. Gegessen werden traditionellerweise Salzisse. Frauen sind beim traditionellen Bürgertrunk am Hilarius nicht willkommen. (Bild: Werner Lenzin)
Die Holzgant fand am Morgen statt. Förster Hansruedi Gubler leitete die Holzgant mit guten Holzpreisen. (Bild: Werner Lenzin)
Die Holzgant fand am Morgen statt. Förster Hansruedi Gubler leitete die Holzgant mit guten Holzpreisen. (Bild: Werner Lenzin)
Die Holzgant fand am Morgen statt. Förster Hansruedi Gubler leitete die Holzgant mit guten Holzpreisen. (Bild: Werner Lenzin)
Da keine Frauen dabei sind, helfen sich die Männer selbst und verkleiden sich, damit das Servicepersonal wenigsten einen weiblichen Anstrich erhält. (Bild: Werner Lenzin)
Da keine Frauen dabei sind, helfen sich die Männer selbst und verkleiden sich, damit das Servicepersonal wenigsten einen weiblichen Anstrich erhält. (Bild: Werner Lenzin)
Bürgerpräsident Adrian Heer mit Ehrengast und SVP-Kantonsrat Willy Nägeli (Bild: Werner Lenzin)
Die Mehrzweckhalle Weitsicht ist gut gefüllt mit 340 anwesenden Männern. Gegessen werden traditionellerweise Salzisse. Frauen sind beim traditionellen Bürgertrunk am Hilarius nicht willkommen. (Bild: Werner Lenzin)
Sketche, Gedichte und Gesang gehören zum Hiläri dazu und bringen, nebst Alkohol, gute Stimmung in die Männerrunde. (Bild: Werner Lenzin)
Sketche, Gedichte und Gesang gehören zum Hiläri dazu und bringen, nebst Alkohol, gute Stimmung in die Männerrunde. (Bild: Werner Lenzin)
Sketche, Gedichte und Gesang gehören zum Hiläri dazu und bringen, nebst Alkohol, gute Stimmung in die Männerrunde. (Bild: Werner Lenzin)
Sketche, Gedichte und Gesang gehören zum Hiläri dazu und bringen, nebst Alkohol, gute Stimmung in die Männerrunde. (Bild: Werner Lenzin)
Sketche, Gedichte und Gesang gehören zum Hiläri dazu und bringen, nebst Alkohol, gute Stimmung in die Männerrunde. (Bild: Werner Lenzin)
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Am Hiläri sind die Männer unter sich

Donald Trump ist nicht eingeladen

Militärisch stehen sie in Reih und Glied, die Halbliter aus den Weinbergen des Schauingers von Ueli Müller. Lange vor dem offiziellen Beginn des Abends haben die Bürger und Ansassen an den langen Tischreihen Platz genommen. Alle harren in der mit Tännchen aus dem Bürgerwald geschmückten Mehrzweckhalle gespannt der Dinge, die da kommen werden. Zuvor sorgten an der nachmittäglichen Holzgant der neue Waldverwalter Manuel Tschirren und Förster Hansruedi Gubler im Beisein einer knappen Hundertschaft von Gantfreudigen und Schaulustigen für Holzpreise, welche die Herzen der Bürgerverwaltung höher schlagen liessen.

«Vergangene Woche hat mein Natel geläutet und Präsident Donald Trump meldete sich persönlich und meldete seinen Wunsch an, als Ehrengast an den Hilairus eingeladen zu werden. Ich habe leer geschluckt und in feinstem Blocher-Englisch geantwortet: You dreamer du – naai», begrüsst Bürgerpräsident Adrian Heer die Bürger und Ansassen. Im weiteren Verlauf seiner Begrüssungsrede kommt der Bürgerpräsident auf den neuen, von Gemeinderat Franz Meier lancierten, überaus komfortablen Fussweg im Steig zu sprechen. Er schlägt einen passenden Namen vor: Kaiser Franz-Weg. Ältester Bürger ist mit 95 Jahren Eugen Alder und ältester Ansasse ist Hans Anderes mit 84 Jahren.

Flugzeugträger auf dem Wisterenweiher

Das Hilärilied «Denn all Johr am Hiläri» ist gesungen, die von den Blondinen des Lerchenwegs und der Bahnhofstrasse servierte Salzisse verspeist und beim Wein werden bei den abendlichen Produktionen der Vereine die Ereignisse des abgelaufenen Jahres auf die Schippe genommen. Der Männerchor sorgt mit der Wärmebildkamera für heisse Themen und wünscht sich eine Frau als Kandidatin für das Gemeindepräsidium. Peter Gremlich gibt in Versform bekannt, dass es ihm in Märstetten immer noch gefalle. Manuel Tschirren verabschiedet die langjährigen Hilarius-Helfer Pius Hollenstein, Willi Lutz und Hansjörg Näf und auch die Märstetter Hockeyspieler begeben sich aufs Glatteis der Bühne. Sie verbreiten das Gerücht, dass es auf dem Wisterenweiher bald einen Flugzeugträger gibt. Die Gruppe «Freie Märstetter» rüttelte auf mit einer Palette von Phobien. Berichtet wird von der Bürgerreise und nach einer Holzversteigerung auf der Bühne sorgt der Turnverein mit dem Spiel «Schlag den TV» für Action. Der Wettkampf endet 4:1 für den TV, der sich von den Verlierern, den Hiläribrüdern, eine Runde zahlen lässt. Abschliessend suchen die Akteure des Musikvereins auf humorvolle Art nach den besten Ausstellern an der kommenden Gewerbeausstellung.

Heimkehr mit vielen Erinnerungen

Die von Louis Fereira und Werner Zingg von langer Hand vorbereitete und tüchtig mit Zwiebeln gewürzte Mehlsuppe dampft auf den Tischen und der Reibkäse darauf zieht lange Fäden Die teilweise müde gewordenen Hiläri-Brüder vertiefen sich in die neueste Ausgabe der Hilarius-Zeitung. Sukzessive leert sich der Saal und es beginnt der – teilweise bereits etwas wackelige Gang zu den wenig noch gebliebenen offenen Beizen, bevor man in den frühen Morgenstunden des Sonntags oder noch später plaudernd und mit vielen Erinnerungen heimwärts zieht.

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